Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe ist eine deutsche romantische Ensemblekomödie von Simon Verhoeven aus dem Jahr 2011 und die Fortsetzung seines Kinoerfolgs Männerherzen von 2009. Verhoeven, der auch das Drehbuch schrieb und einen Teil der Musik komponierte, brachte die komplette Hauptbesetzung des ersten Teils wieder zusammen: Til Schweiger, Christian Ulmen, Florian David Fitz, Justus von Dohnányi, Maxim Mehmet und Wotan Wilke Möhring, dazu Nadja Uhl und Jana Pallaske. Neu dabei sind unter anderem Mina Tander, Pasquale Aleardi, Michael Mendl und Christine Schorn. Nach der Premiere am 7. September 2011 in Berlin kam der Film am 15. September in die Kinos, stieg auf Platz 1 der deutschen Charts ein und erreichte laut Filmförderungsanstalt rund 1,36 Millionen Besucher. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem Bambi in der Kategorie Film national.
| Originaltitel | Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe |
|---|---|
| Produktionsland | Deutschland |
| Jahr | 2011 |
| Regie | Simon Verhoeven |
| Drehbuch | Simon Verhoeven |
| Darsteller | Til Schweiger, Christian Ulmen, Florian David Fitz, Justus von Dohnányi, Nadja Uhl, Maxim Mehmet, Jana Pallaske, Wotan Wilke Möhring, Mina Tander, Pasquale Aleardi |
| Laufzeit | 112 Minuten |
| FSK | ab 6 Jahren |
| Kinostart Deutschland | 15. September 2011 |
| Genre | Romantische Komödie, Ensemblefilm |
| Bewertungen | IMDb 6,2/10 (Stand: Oktober 2026) |
Sechs Männer, sechs Krisen: worum es im zweiten Teil geht
Der Film greift die Figuren des Vorgängers dort auf, wo sie ein paar Jahre später stehen. Philip, gespielt von Maxim Mehmet, führt inzwischen ein Bio-Café in Berlin, erwartet mit seiner Freundin Nina Zwillinge und will deshalb groß expandieren, mit einer zweiten Filiale und einer viel zu teuren Altbauwohnung. Der Werber Niklas (Florian David Fitz) wird von seiner Frau verlassen, die sich ausgerechnet in den gemeinsamen Paartherapeuten verliebt. Als er seine frühere Freundin Maria als Star einer Fernsehserie wiedersieht, beschließt er, sie zurückzugewinnen, und stellt sich dabei so ungeschickt an, dass sie ihn für einen Stalker hält.
Der frühere Frauenheld Jerome (Til Schweiger) zieht sich zu seinen Eltern in die Provinz zurück, wo seine Mutter ihm das alte Kinderzimmer herrichtet, und verliebt sich dort in Helena, die einen Reiterhof führt und mit einem anderen verlobt ist. Der schüchterne Beamte Günther (Christian Ulmen) möchte für seine Freundin Susanne endlich „männlicher“ werden und holt sich dafür telefonisch Rat bei Jerome. Susannes Ex-Mann Roland (Wotan Wilke Möhring) sitzt derweil im Gefängnis und hofft auf vorzeitige Entlassung, scheitert aber an seinen Wutanfällen. Und Schlagersänger Bruce Berger (Justus von Dohnányi) wird von seiner Plattenfirma gefeuert, gründet sein eigenes Label und setzt alles auf einen Song mit dem Titel „Die ganz, ganz große Liebe“. Nach und nach verknoten sich die Handlungsstränge.
Wie Verhoeven die Fortsetzung drehte
Simon Verhoeven, Sohn des Regisseurs Michael Verhoeven und der Schauspielerin Senta Berger, hatte mit Männerherzen einen der großen deutschen Publikumserfolge des Jahres 2009 gelandet; Filmstarts beziffert die Zuschauerzahl des ersten Teils auf rund 2,1 Millionen. Die Fortsetzung entstand entsprechend zügig. Gedreht wurde laut filmportal.de vom 21. September 2010 bis zum 27. Januar 2011 in Berlin und Umgebung, produziert von Quirin Berg und Max Wiedemann für die Münchner Wiedemann & Berg Filmproduktion. Kameramann war Jo Heim, den Schnitt besorgte Stefan Essl, den Verleih übernahm Warner Bros. Weil die Schauspieler parallel in anderen Projekten gebunden waren, fiel der Drehplan nach Verhoevens Darstellung in Interviews deutlich enger aus als beim ersten Teil.
Schlager, Pop und die Songs von Bruce Berger
Musik spielt in beiden Filmen eine größere Rolle als in vielen deutschen Komödien. Verhoeven schrieb die Filmmusik gemeinsam mit Wolfgang Hammerschmid und komponierte auch die Lieder der Kunstfigur Bruce Berger, darunter den Titelschlager und das Rap-Experiment „Positive Energy“. Der Soundtrack erschien im September 2011 bei Universal Music. Als Titelsong dient „Brighter Than the Sun“ der US-Sängerin Colbie Caillat, daneben sind Stücke von Maroon 5, White Lies und The Naked and Famous zu hören. Die Auftritte von Bruce Berger im Theater am Potsdamer Platz, bei denen Barbara Schöneberger als Moderatorin mitwirkt, gehören zu den auffälligsten Szenen des Films.
Kinoerfolg, Bambi und gemischte Stimmen der Kritik
Wirtschaftlich knüpfte die Fortsetzung an den ersten Teil an. Am Startwochenende zählte der Film einschließlich Vorpremieren knapp 295.000 Besucher in 688 Kinos und lag damit vor Freunde mit gewissen Vorzügen und Die drei Musketiere auf Platz 1. Insgesamt gehörte er zu den fünf erfolgreichsten deutschen Produktionen des Kinojahres 2011. Im November 2011 erhielt Verhoeven dafür den Bambi in der Kategorie Film national, im Januar 2012 folgte der Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises. Die Deutsche Film- und Medienbewertung vergab das Prädikat „wertvoll“.
Die Kritik reagierte überwiegend wohlwollend. Christoph Petersen schrieb bei Filmstarts, Verhoeven verzichte diesmal auf den Anspruch, moderne Männlichkeit zu untersuchen, und setze ganz auf seine eingeführten Figuren; das Ergebnis sei weniger ambitioniert, aber unterhaltsamer. Besonders lobte er Justus von Dohnányi, während er Pasquale Aleardis Latin-Lover-Figur für überzogen hielt. Rainer Gansera hob in der Süddeutschen Zeitung hervor, Verhoeven schaue mit Satire und Zärtlichkeit auf seine Männer und hebe sich damit von derberen Komödien wie Resturlaub oder What a Man ab. Der Stern lobte, dass der Film auf Geschlechterklischees und plumpe Derbheiten verzichte. Skeptischer war Julia Bähr im Focus: Sie bemängelte Längen und spottete, man könne die Auftritte einzelner Figuren für Snackpausen nutzen.
Was die Komödie besser macht als viele Genrekollegen
Im Vergleich mit den deutschen Beziehungskomödien jener Jahre, von Til Schweigers Kokowääh-Filmen bis zu Matthias Schweighöfers Arbeiten, hat Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe einen klaren Vorzug: Verhoeven macht sich über seine Figuren lustig, ohne sie zu verachten. Günthers Unsicherheit, Niklas’ verzweifelte Romantik und Bruce Bergers Größenwahn sind komisch, aber nie nur Pointenmaterial. Die stärksten Momente gehören Justus von Dohnányi, dessen alternder Schlagerstar zwischen Selbstüberschätzung und Melancholie die eigentliche Hauptfigur des Films sein könnte.
Die Schwächen liegen in der Länge und im Gleichgewicht. Bei knapp zwei Stunden und sechs Handlungssträngen tragen nicht alle Episoden gleich gut, und der Jerome-Strang mit Til Schweiger wirkt eher wie eine Pflichtübung als wie eine Geschichte mit eigener Notwendigkeit. Auch das Finale räumt die Konflikte arg bequem ab. Wer den ersten Teil mochte, bekommt hier mehr vom selben in etwas höherem Tempo; wer neu einsteigt, sollte mit Männerherzen von 2009 beginnen, weil viele Gags auf früheren Ereignissen aufbauen. Für einen leichten Filmabend mit gut aufgelegtem Ensemble ist der Film eine solide Wahl, für eine tiefere Auseinandersetzung mit Männlichkeit taugt er kaum. Verhoeven selbst bewies 2016 mit Willkommen bei den Hartmanns, dass er Ensemblekomödie und gesellschaftliches Thema verbinden kann.








