Die Rufnummer 089 558774545 (international +49 89 558774545) ist ein Festnetzanschluss aus dem Ortsnetz 089, also München. Wer den Anschluss betreibt, ist nicht öffentlich dokumentiert: Die Nummer steht in keinem Telefonbuch und auch nicht auf den Kontaktseiten eines Unternehmens. In Bewertungsportalen wird sie seit Jahren fast durchgehend mit der HypoVereinsbank (HVB) in Verbindung gebracht, teils als echter Anruf der Bank, teils als Betrugsversuch in ihrem Namen. Dafür fanden sich in den geprüften Nutzerberichten keine Belege.
Was die Münchner Vorwahl verrät und was nicht
Die Nummer setzt sich aus der Vorwahl 089 und der neunstelligen Teilnehmernummer 558774545 zusammen. Solche langen Nummern gehören meist zu Telefonanlagen mit Durchwahlen, wie sie Firmen und Callcenter nutzen. Mehr lässt sich aus der Ziffernfolge nicht ablesen. Seit Internettelefonie Standard ist, kann ein Münchner Anschluss auch von einem Büro in einer ganz anderen Stadt aus genutzt werden.
Eine amtliche Inhaberabfrage gibt es für Ortsnetznummern nicht. Die Bundesnetzagentur nennt bei solchen Nummern auf Anfrage nur das Telekommunikationsunternehmen, dem der Nummernblock zugeteilt wurde, nicht den Endkunden. Hinzu kommt das Problem des Spoofings: Die angezeigte Nummer lässt sich fälschen, sodass ein Anrufer mit Münchner Nummer nicht zwingend der ist, der er zu sein vorgibt.
HypoVereinsbank-Bezug: Was Nutzer berichten
Auf tellows.de hat die Nummer rund 145 Bewertungen und mehr als 180.000 Suchanfragen gesammelt, die Kommentare reichen von 2019 bis Sommer 2026. Als Anrufername wird dort mit großem Abstand „HypoVereinsbank“ angegeben. Das Bild ist allerdings gespalten: Ein Teil der Nutzer stuft die Nummer als seriös ein und berichtet von Terminvereinbarungen mit der eigenen Filiale oder von Angeboten zu Krediten und Sparprodukten. Ein anderer Teil meldet aggressive Werbung, Anrufe ohne Gesprächspartner und viele Versuche in kurzer Zeit.
Auf werruft.info sind von gut 40 Bewertungen die meisten negativ, der jüngste Eintrag stammt von Januar 2026. Dort schildern Nutzer Anrufer mit gebrochenem Deutsch, Bitten um Rückruf ohne Angabe des Anliegens und in einem Fall den Versuch, einen Videotermin für eine angebliche Vollmacht zu vereinbaren. Einige schreiben, die Bank selbst habe auf Nachfrage bestritten, von dieser Nummer anzurufen. Auf cleverdialer.de ist neben der HVB auch Wüstenrot als genanntes Unternehmen zu finden. Schon 2017 berichtete eine Nutzerin auf telefonspion.de, ein angeblicher Bankmitarbeiter habe zuerst Namen und Geburtsdatum hören wollen, bevor er den Grund des Anrufs nennen wollte.
All das sind unbestätigte Kommentare. Sie erlauben keinen Schluss darauf, ob die HVB oder ein Dienstleister die Nummer tatsächlich nutzt oder ob Betrüger sie nur imitieren. Die Bank selbst listet die Nummer auf ihrer Website nicht.
Echter Bankanruf oder Betrug? So prüfen Sie es
Die HypoVereinsbank weist in ihren Hinweisen zur Betrugsprävention selbst darauf hin, dass angezeigte Nummern manipuliert sein können. Echte Mitarbeiter fragen laut Bank nie nach PIN, Kreditkartendaten oder der Direct-Banking-Nummer, lassen sich keine TAN am Telefon bestätigen und verlangen keinen Fernzugriff per AnyDesk oder TeamViewer. Daraus ergibt sich ein einfaches Vorgehen:
- Bei einem Anruf, der sich auf die HVB beruft, keine persönlichen Daten nennen und auflegen, sobald Zugangsdaten oder TANs zur Sprache kommen.
- Nicht die angezeigte Nummer zurückrufen, sondern die Bank über eine selbst herausgesuchte Nummer kontaktieren. Für Betrugsverdacht nennt die HVB die Hotline +49 89 378 48888 (Montag bis Freitag 8 bis 20 Uhr, Samstag 8 bis 14 Uhr).
- Wer bereits Daten preisgegeben hat, sollte Karten und Online-Zugang sofort sperren lassen, etwa über die HVB-Sperrhotline +49 89 378 23939 oder den zentralen Sperr-Notruf 116 116.
- Wer kein HVB-Kunde ist oder keinen Kontakt wünscht, kann die Nummer blockieren: auf dem iPhone in der Anrufliste über das Info-Symbol und „Anrufer blockieren“, auf Android über langes Drücken des Eintrags, am Festnetz etwa über die Rufsperre im Router.
Werbeanrufe ohne Einwilligung melden
Geht es bei dem Anruf um Kredite, Bausparverträge oder andere Produkte, handelt es sich rechtlich um Werbung. Nach § 7 UWG ist sie gegenüber Verbrauchern nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung erlaubt, und das gilt auch für bestehende Kunden. Seit Oktober 2021 müssen Unternehmen diese Einwilligung dokumentieren. Die Bundesnetzagentur kann für unerlaubte Werbeanrufe Bußgelder bis zu 300.000 Euro verhängen, ebenso für Anrufe mit unterdrückter oder gefälschter Nummer.
Für eine Beschwerde über das Online-Formular der Bundesnetzagentur sollten Sie Datum, Uhrzeit, die angezeigte Nummer, den genannten Firmennamen und den Gesprächsinhalt notieren. Liegt ein Betrugsversuch vor, etwa weil nach TANs gefragt wurde, ist zusätzlich eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll.







