Fotos, Grafiken und Screenshots können Besucher bringen, wenn Google sie versteht. Dieser Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, worauf es bei Bildern auf Blogs und kleinen Websites im Jahr 2026 ankommt: Dateinamen und Alt-Texte, die passenden Formate WebP und AVIF, Ladezeit, Bild-Sitemaps, strukturierte Daten und Lizenz-Metadaten. Dazu kommt, wie man eigene Bilder gegen Hotlinking schützt und mit Google Lens Kopien im Netz aufspürt. Alle technischen Angaben folgen der aktuellen Dokumentation von Google Search Central und MDN.
Ärger mit der Bildersuche: von 2013 bis Google Lens
Das Verhältnis zwischen Bloggern und der Google-Bildersuche war lange gespannt. Anfang 2013 stellte Google in den USA ein neues Design vor, das Bilder in großer Auflösung direkt auf der Ergebnisseite zeigte. Wer ein Foto nur ansehen wollte, musste die Quellseite nicht mehr besuchen. Webmaster berichteten von Einbrüchen bei den Besuchen aus der Bildersuche, Google hielt dagegen, dass Scheinbesuche weggefallen und echte Klicks gestiegen seien. In weiteren Ländern kam das Design erst Jahre später an.
Im Februar 2018 entfernte Google nach einer Einigung mit der Bildagentur Getty Images die Schaltfläche, mit der sich ein Bild ohne Umweg über die Website öffnen ließ. Seit 2022 ist Google Lens in Chrome eingebaut: Ein Rechtsklick auf ein beliebiges Bild genügt, um nach ähnlichen Motiven, Produkten oder Fundstellen zu suchen. Für Blogger heißt das zweierlei: Die Bildersuche bringt in vielen Themen nur einen kleinen Teil der Besucher, in visuellen Nischen wie Rezepten, Basteln, Reisen oder Infografiken aber spürbar mehr. Und gute Bilder werden schneller gefunden, auch von Leuten, die sie unerlaubt übernehmen wollen.
Die Grundlage: echtes img-Element und passender Kontext
Google indexiert Bilder, die mit einem img-Element im HTML stehen, auch innerhalb von picture. Bilder, die nur per CSS als Hintergrund eingebunden sind, indexiert Google nach eigener Aussage nicht. Wichtig ist außerdem die Umgebung: Google wertet den Text rund um das Bild, Überschriften und Bildunterschriften aus. Ein Foto vom Sauerteig gehört deshalb in den Abschnitt über Sauerteig und nicht in eine lose Galerie am Seitenende.
Dateiname und Alt-Text richtig formulieren
Der Dateiname ist ein kleines, aber kostenloses Signal. Google empfiehlt kurze, beschreibende Namen statt Kamera-Nummern. Aus IMG_4711.JPG wird also sauerteigbrot-angeschnitten.jpg. Umlaute sind technisch erlaubt, robuster sind aber Umschreibungen wie ae und oe und Bindestriche statt Leerzeichen. Den Namen vor dem Hochladen zu ändern ist einfacher als danach, weil Content-Management-Systeme ihn in die URL übernehmen.
Der Alternativtext im Attribut alt ist laut Google das wichtigste Metadatum eines Bildes. Er dient zuerst Menschen, die Screenreader nutzen, und erst danach Suchmaschinen. Er sollte beschreiben, was zu sehen ist und warum es im Text steht, ohne Aneinanderreihung von Suchbegriffen. Rein dekorative Bilder bekommen ein leeres Attribut, damit Screenreader sie überspringen.
<!-- schwach -->
<img src='IMG_4711.jpg' alt='brot backen rezept sauerteig brot einfach'>
<!-- gut -->
<figure>
<img src='sauerteigbrot-angeschnitten.jpg' width='1200' height='800'
alt='Angeschnittenes Sauerteigbrot mit großporiger Krume'>
<figcaption>Nach 18 Stunden Gare im Kühlschrank</figcaption>
</figure>
Die Bildunterschrift im Element figcaption wird von Lesern häufiger wahrgenommen als der Fließtext und liefert Google zusätzlichen Kontext. Sie lohnt sich überall dort, wo das Bild etwas erklärt.
WebP, AVIF und Ladezeit: welches Format wofür
Google verarbeitet BMP, GIF, JPEG, PNG, WebP, SVG und AVIF. MDN empfiehlt für Fotos und andere Rastergrafiken heute WebP oder AVIF, weil beide meist deutlich besser komprimieren als JPEG und PNG. AVIF erreicht oft die kleineren Dateien, WebP ist länger und breiter unterstützt.
| Format | Geeignet für | Browserunterstützung |
|---|---|---|
| JPEG | Fotos, universeller Fallback | überall |
| PNG | Screenshots, Grafiken mit Transparenz | überall |
| WebP | Fotos und Grafiken, auch transparent | alle aktuellen Browser, Safari ab Version 14 |
| AVIF | Fotos mit kleinster Dateigröße | Chrome ab 85, Firefox ab 93, Safari ab 16.1, Edge ab 121 |
| SVG | Logos, Icons, Diagramme | überall |
Mit dem Element picture bekommt jeder Browser das beste Format, das er versteht. Das img am Ende ist Pflicht, denn es trägt Alt-Text und Fallback und ist das, was Google auswertet:
<picture>
<source srcset='sauerteigbrot-800.avif 800w, sauerteigbrot-1600.avif 1600w' type='image/avif'>
<source srcset='sauerteigbrot-800.webp 800w, sauerteigbrot-1600.webp 1600w' type='image/webp'>
<img src='sauerteigbrot-1600.jpg' width='1600' height='1067' loading='lazy'
sizes='(max-width: 800px) 100vw, 800px'
alt='Angeschnittenes Sauerteigbrot mit großporiger Krume'>
</picture>
Für die Ladezeit zählen drei Dinge. Erstens die Abmessungen: Ein Foto, das in einer 800 Pixel breiten Spalte steht, braucht keine 6000 Pixel Breite. Zweitens die Attribute width und height, mit denen der Browser Platz reserviert, bevor das Bild geladen ist, sodass nichts verrutscht. Drittens loading='lazy', das Bilder erst lädt, wenn sie in die Nähe des sichtbaren Bereichs kommen. Laut web.dev sollte man es aber nicht beim großen Bild ganz oben verwenden, weil das den Seitenaufbau verzögert. WordPress erzeugt Größenvarianten und srcset automatisch, Details dazu im Beitrag über Bilder in WordPress.
Bild-Sitemap und strukturierte Daten
Eine Bild-Sitemap hilft Google, Bilder zu finden, die es sonst übersehen würde, etwa solche, die per JavaScript nachgeladen werden. Pro Seite sind bis zu 1.000 Bilder erlaubt, die Bilder dürfen auch auf einer anderen Domain wie einem CDN liegen. Die früheren Zusatzangaben für Titel, Bildunterschrift, Ort und Lizenz hat Google 2022 aus der Dokumentation gestrichen. Übrig bleibt die Bildadresse:
<urlset xmlns='http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9'
xmlns:image='http://www.google.com/schemas/sitemap-image/1.1'>
<url>
<loc>https://example.org/sauerteigbrot-rezept/</loc>
<image:image>
<image:loc>https://example.org/bilder/sauerteigbrot-1600.jpg</image:loc>
</image:image>
</url>
</urlset>
Für viele Blogs reicht die Sitemap, die das CMS ohnehin erzeugt, solange die Bilder als normales img im Quelltext stehen. Strukturierte Daten wie Recipe oder Article verlangen eine image-Eigenschaft, wenn ein Beitrag als Rich Result mit Bild erscheinen soll. Welches Bild Google als Vorschau nimmt, lässt sich zusätzlich über og:image oder primaryImageOfPage beeinflussen.
Lizenzangaben: IPTC-Metadaten und das Licensable-Badge
Wer eigene Fotos zeigt, kann Google mitteilen, wer sie gemacht hat und wie man sie lizenzieren kann. Dafür gibt es zwei Wege: strukturierte Daten vom Typ ImageObject auf jeder Seite, auf der das Bild vorkommt, oder IPTC-Metadaten direkt in der Bilddatei. Google wertet dort die Felder Creator, Credit Line, Copyright Notice, Web Statement of Rights und Licensor URL aus. Ist eine Lizenz-URL angegeben, kann das Bild in der Bildersuche das Licensable-Badge erhalten. Widersprechen sich Datei und Seite, gelten die strukturierten Daten. Eine Garantie für die Anzeige gibt Google nicht.
Praktisch heißt das: Name und Copyright einmal in Lightroom, digiKam oder einem ähnlichen Programm als Vorlage hinterlegen. Beim Komprimieren aufpassen, denn viele Werkzeuge entfernen sämtliche Metadaten. Sinnvoll ist, GPS-Daten zu löschen und Urheberangaben zu behalten. Für KI-generierte Bilder sieht IPTC zudem das Feld Digital Source Type vor.
Eigene Bilder schützen: Hotlinking, Kopien, Google Lens
Hotlinking bedeutet, dass eine fremde Seite ein Bild direkt vom eigenen Server einbindet und damit Bandbreite verbraucht. Auf Apache-Servern lässt sich das per .htaccess unterbinden. Die Regel muss leere Referrer, die eigene Domain und Suchmaschinen zulassen, sonst sperrt man Besucher, Feedreader und Google aus:
RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^$
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !^https?://(www\.)?example\.org/ [NC]
RewriteCond %{HTTP_REFERER} !(google|bing)\. [NC]
RewriteRule \.(jpe?g|png|webp|avif|gif)$ - [F,NC]
Gegen Kopieren schützt das nicht, denn jedes angezeigte Bild lässt sich speichern. Wer wissen will, wo eigene Fotos auftauchen, nutzt Google Lens: in Chrome per Rechtsklick und Mit Google Lens suchen, auf google.com über das Kamerasymbol Suche anhand von Bildern. Unter den Ergebnissen listet Google Websites mit dem Bild oder einem ähnlichen Bild. Ein dezentes Wasserzeichen am Rand erschwert die Übernahme, ein großes ruiniert das Foto. Für die meisten Blogs ist die bessere Strategie, Urheberangaben in Metadaten und Bildunterschrift zu setzen und Fundstellen gelegentlich mit Lens zu prüfen.
Unterm Strich lohnt sich Bilder-SEO vor allem als Nebeneffekt guter Arbeit: Wer ohnehin barrierefreie Alt-Texte schreibt, Bilder klein hält und sinnvoll benennt, hat den größten Teil erledigt. Wer dagegen eigens Bilder produziert, um in der Bildersuche zu ranken, sollte zuerst prüfen, ob das Thema dort überhaupt Klicks bringt.
Quellen
- Google Search Central: Best Practices für Google Bilder
- Google Search Central: Bild-Sitemaps
- Google Search Central: Metadaten zur Bildlizenz
- MDN: Image file type and format guide
- web.dev: Browser-level image lazy loading
- Google-Hilfe: Mit einem Bild suchen
- Search Engine Land: Das Bildersuche-Design von 2013 und die Traffic-Klagen
- Engadget: Google entfernt View-Image-Button (16.02.2018)







