Messenger Marketing Conference: die Kölner Konferenz 2018–2021

Messenger Marketing Conference: die Kölner Konferenz 2018–2021

Die Messenger Marketing Conference (MMC) war eine eintägige Fachkonferenz in Köln, die zwischen 2018 und 2021 das Thema WhatsApp, Facebook Messenger und Chatbots im Marketing behandelte. Heute findet sie nicht mehr statt. Die Fragen, die dort verhandelt wurden, sind dagegen aktueller denn je: Was darf ein Unternehmen per Messenger verschicken, was kostet das, und für wen lohnt es sich überhaupt?

Was die MMC war: belegte Ausgaben von 2018 bis 2021

Die Konferenz entstand im Umfeld des SEO-DAY in Köln. Konzipiert haben sie Fabian Rossbacher, Veranstalter des SEO-DAY, und Martin Sinner, Mitgründer des Preisvergleichs idealo. Das sagte Sinner 2019 im Interview mit onlinemarketing.de. Sie lief jeweils Anfang November, unmittelbar vor oder nach dem SEO-DAY, und war als kompakter Tag mit rund zwölf Vorträgen angelegt. Als Veranstalter nennt das Eventverzeichnis des OMT die SEO-Day GmbH.

AusgabeDatum und OrtWas dazu öffentlich belegt ist
2018 (erste Ausgabe)6. November 2018, KölnEvent-Tipps auf deutsche-startups.de; angekündigt waren unter anderem Speaker der Chatbot-Anbieter Spectrm und Mesaic sowie ein Praxisfall zu Newsletter plus Messenger
20195. November 2019, KölnInterview auf onlinemarketing.de, das die Ausgabe als zweite MMC bezeichnet
20204. November 2020, als Köln gelistetEintrag im Eventkalender von profit.de, Motto „Messenger-Marketing – der Marketing-Kanal der Zukunft"; ob vor Ort oder online, ist nicht dokumentiert
2021Termin nicht belegtUserlike trat als offizieller Partner auf und verschenkte Tickets an die eigene Community (regulär 199 Euro), inklusive Aufzeichnungen früherer Ausgaben

Für die Zeit nach 2021 gibt es keine Hinweise auf weitere Ausgaben, und die frühere Konferenz-Website ist nicht mehr als solche erreichbar. Der YouTube-Kanal der MMC existiert noch und beschreibt das Format als eintägige Konferenz mit zwölf Speakern.

Was ältere Beschreibungen falsch darstellen

Im Netz kursieren Texte, nach denen die MMC schon 2017 startete, durch Berlin, München, Hamburg und Wien tourte und Referenten von Google, Salesforce oder HubSpot auf der Bühne hatte. Dafür gibt es keinen Beleg. Die erste Ausgabe war 2018, alle belegten Termine liegen in Köln, und die bekannten Speaker kamen überwiegend von Chatbot-Startups und Händlern. Auch Teilnehmerzahlen sind nirgends veröffentlicht.

Was vom Messenger-Hype geblieben ist

2018 war die Hoffnung groß, WhatsApp werde den E-Mail-Newsletter ablösen. Ein Jahr später machte WhatsApp dem einen Riegel vor: Seit dem 7. Dezember 2019 verstößt der automatisierte Massenversand über normale WhatsApp-Konten gegen die Nutzungsbedingungen. Dienste, die Newsletter über Umwege verschickten, mussten aufgeben. Seitdem führt der legale Weg für Unternehmen über die WhatsApp Business Platform (früher „Business API"), angebunden über Anbieter wie Twilio, Vonage, Userlike oder Brevo.

Was eine Marketing-Nachricht kostet

Seit dem 1. Juli 2025 rechnet Meta pro zugestellter Vorlagen-Nachricht ab statt pro Konversation. Es gibt drei kostenpflichtige Kategorien: Marketing, Utility (etwa Bestell- oder Terminbestätigungen) und Authentifizierung. Antworten auf eine Kundenanfrage sind innerhalb von 24 Stunden kostenlos. Kommt der Kontakt über eine Click-to-WhatsApp-Anzeige, bleibt das Fenster sogar 72 Stunden lang kostenfrei.

Für eine Marketing-Nachricht an eine deutsche Nummer nannte die Deutsche Telekom zum Start des neuen Modells einen Meta-Preis von 0,1131 Euro, plus Gebühr des jeweiligen Anbieters (bei Vonage 0,0754 Euro, zusammen 0,1885 Euro). Meta passt die Raten regelmäßig an, die aktuelle Rate Card gehört vor jeder Planung geprüft.

Rechenbeispiel (hypothetisch): Ein B2B-Softwareanbieter hat 2.000 Kontakte mit WhatsApp-Einwilligung und schickt zwei Marketing-Vorlagen pro Monat. Das sind 4.000 Nachrichten, also rund 452 Euro Meta-Gebühren, mit Anbietergebühr nach dem Telekom-Beispiel rund 754 Euro im Monat. Derselbe Versand per E-Mail kostet bei üblichen Newsletter-Tools einen Bruchteil davon. Der Messenger muss also deutlich besser konvertieren, damit sich das rechnet.

Kanäle: Reichweite ohne Telefonnummern

WhatsApp-Kanäle funktionieren wie ein Broadcast-Feed im Updates-Tab. Admins sehen weder die vollständige Telefonnummer noch den Profilnamen der Follower, sofern sie diese nicht als Kontakt gespeichert haben. Das macht Kanäle datenschutzrechtlich deutlich unkomplizierter als Massennachrichten, dafür ist die Reichweite schwer planbar, weil Follower den Kanal aktiv im Updates-Tab öffnen müssen. Meta hat 2025 Werbung im Updates-Tab und beworbene Kanäle angekündigt. Laut der irischen Datenschutzbehörde sollte das in der EU frühestens 2026 starten. Ob die Formate in Ihrem Werbekonto bereits verfügbar sind, zeigt der Werbeanzeigenmanager.

Einwilligung für WhatsApp-Werbung: Stand Oktober 2026

Messenger-Nachrichten gelten nach überwiegender Auffassung als „elektronische Post" im Sinne der ePrivacy-Richtlinie (Art. 2 lit. h: jede über ein öffentliches Netz verschickte Text-, Sprach-, Ton- oder Bildnachricht). Damit greift § 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG: Werbung ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist eine unzumutbare Belästigung. Die Ausnahme für Bestandskunden in § 7 Abs. 3 UWG hilft praktisch wenig, weil WhatsApps eigene Business-Richtlinie unabhängig vom Gesetz ein Opt-in verlangt. Das ist keine Rechtsberatung. Diese Punkte sollten Sie trotzdem abhaken, bevor die erste Vorlage rausgeht:

  • Eigene Einwilligung für WhatsApp, nicht nur „Newsletter per E-Mail"; der Kanal muss im Text genannt sein.
  • Nachweis speichern: Zeitpunkt, Quelle (Formular, Landingpage, Chat), Wortlaut der Einwilligung (Art. 7 Abs. 1 DSGVO).
  • Bestätigung per Double-Opt-in, etwa über eine erste Nachricht mit „Ja"-Antwort.
  • Abmeldung in jeder Nachricht ermöglichen, zum Beispiel per Stichwort „STOP", und sofort umsetzen.
  • Kategorien trennen: Wer Terminerinnerungen erlaubt hat, hat nicht automatisch Angebote erlaubt.
  • Absender klar erkennbar, mit Impressum im Business-Profil (§ 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG verbietet verschleierte Absender).

Für wen sich WhatsApp-Marketing lohnt

Unsere Einschätzung: Für Händler mit Wiederkäufern, Gastronomie, Events und lokale Dienstleister funktioniert WhatsApp gut, weil die Nachrichten kurz, zeitkritisch und erwartet sind. Für B2B-Software ist der Massenversand von Angeboten überbewertet. Dort lohnt sich WhatsApp vor allem als Service- und Vertriebskanal: Interessenten schreiben über einen Button auf der Website oder eine Click-to-WhatsApp-Anzeige, das Team antwortet im kostenlosen Zeitfenster, Erinnerungen an Demo-Termine laufen als günstige Utility-Vorlage. Newsletter bleiben bei der E-Mail, wie im Beitrag zum B2B-E-Mail-Marketing beschrieben. Wer Leads über Meta-Anzeigen gewinnt, findet im Artikel zu Facebook-Marketing im B2B die passende Grundlage.

Quellen