HubSpot im Überblick: Hubs, Preise, Stärken und Grenzen

HubSpot im Überblick: Hubs, Preise, Stärken und Grenzen

HubSpot verbindet CRM, Marketing-Automatisierung, Vertrieb und Kundenservice auf einer Datenbasis. Das ist die große Stärke: Ein Kontakt hat eine Historie, die Marketing und Vertrieb gleichermaßen sehen. Die eigentliche Kaufentscheidung fällt aber selten bei den Funktionen, sondern beim Preissprung von der Starter- zur Professional-Edition. Wer den vorher durchrechnet, erlebt keine Überraschung.

Wer hinter HubSpot steht

Brian Halligan und Dharmesh Shah, die sich als Studenten am MIT kennengelernt hatten, gründeten HubSpot 2006 in Boston. Ihre Idee war das sogenannte Inbound-Marketing: Kunden über nützliche Inhalte gewinnen, statt sie mit Werbung zu unterbrechen. Das Unternehmen ist an der New Yorker Börse notiert, Chefin ist Yamini Rangan. Den Unterschied zwischen den beiden Ansätzen erklärt der Beitrag Inbound vs. Outbound Marketing.

Die Hubs im Jahr 2026

Die Plattform ist modular. Basis ist das kostenlose Smart CRM, darauf setzen kostenpflichtige Hubs auf, die einzeln oder im Paket als „Customer Platform“ gebucht werden. Mehrere Hubs wurden in den letzten Jahren umbenannt, ältere Artikel nennen daher noch fünf Module mit anderen Namen.

HubWofürHinweis
Smart CRMKontakte, Firmen, Deals, Aufgaben, BerichteKostenlos für bis zu zwei Nutzer und 1.000 Kontakte
Marketing HubE-Mail, Formulare, Landingpages, Automatisierung, KampagnenAbrechnung nach Marketingkontakten
Sales HubPipelines, Sequenzen, Terminbuchung, PrognosenFür Vertriebsteams
Service HubTickets, Wissensdatenbank, Umfragen, ChatFür Support und Kundenerfolg
Content HubWebsite-CMS mit Hosting, BlogFrüher CMS Hub
Data HubDatensynchronisation, Datenqualität, AutomatisierungFrüher Operations Hub
Revenue HubAngebote, Rechnungen, ZahlungenFrüher Commerce Hub

Dazu kommt die KI-Funktionsfamilie „Breeze“, etwa als Assistent im CRM. Viele KI-Funktionen verbrauchen sogenannte HubSpot Credits: 500 im Monat bei Starter, 3.000 bei Professional und 5.000 bei Enterprise (je Hub, laut Produktkatalog).

Was HubSpot kostet: Stand Oktober 2026

HubSpot veröffentlicht die Preise in US-Dollar im eigenen Produkt- und Leistungskatalog; auf der deutschen Website können Euro-Preise abweichen. Für den Marketing Hub gilt laut Katalog:

EditionPreisEnthaltenOnboarding
Free0 USDGrundfunktionen, bis zu zwei Nutzerkeins
Starterab 20 USD pro Platz und Monat, für Neukunden zeitweise rabattiert1.000 Marketingkontaktenicht vorgeschrieben
Professionalab 890 USD pro Monat3 Core Seats, 2.000 MarketingkontaktePflicht, einmalig 3.000 USD
Enterpriseab 3.600 USD pro Monat5 Core Seats, 10.000 MarketingkontaktePflicht, einmalig 7.000 USD

Eine einfache Rechnung zeigt den Sprung im ersten Jahr, ohne zusätzliche Plätze und Kontaktstufen: Starter mit drei Nutzern kostet 3 × 20 × 12 = 720 USD. Professional kommt auf mindestens 12 × 890 + 3.000 = 13.680 USD, Enterprise auf 12 × 3.600 + 7.000 = 50.200 USD. Jede weitere Kontaktstufe und jeder weitere Platz kommt hinzu.

Wo HubSpot überzeugt

  • Eine Kontakthistorie für alle. Der Vertrieb sieht, welche Artikel ein Interessent gelesen und welche Mails er angeklickt hat. Das ist bei getrennten Tools mühsam nachzubauen.
  • Bedienbarkeit. Marketingteams kommen ohne Entwickler zu Formularen, Landingpages und einfachen Workflows.
  • Kostenloser Einstieg. Das Gratis-CRM reicht kleinen Teams oft für Monate, bevor sich die Frage nach einem Upgrade stellt.
  • Ökosystem. Ein großer App-Marketplace mit Anbindungen an gängige Tools und viele Agenturen, die HubSpot betreuen.
  • HubSpot Academy. Kostenlose Online-Kurse mit Zertifikat, etwa „Inbound“ (rund drei Stunden) oder „Content Marketing“ (rund acht Stunden). Gut für die Einarbeitung, als Qualifikationsnachweis aber überschätzt, weil sie jeder in einem Nachmittag erwerben kann.

Schwächen und Kostenfallen

  • Die wichtigen Funktionen beginnen bei Professional. Wer verzweigte Workflows, eigene Berichte oder A/B-Tests im großen Stil braucht, landet schnell bei der teuren Edition samt Onboarding-Gebühr.
  • Abrechnung nach Marketingkontakten. Bezahlt wird für Kontakte, die Sie per Marketing anschreiben können. Wer alte Listen nicht bereinigt oder Nicht-Marketingkontakte nicht sauber markiert, zahlt für Karteileichen.
  • Datenstandort. HubSpot betreibt ein EU-Rechenzentrum. Zahlende Kunden werden anhand ihrer IP-Herkunft zugeordnet und können bestehende Daten kostenlos dorthin umziehen; Konten nur mit kostenlosen Diensten liegen laut HubSpot in einem US-Rechenzentrum.
  • Komplexe Datenmodelle. Für Konzerne mit vielen Geschäftsbereichen, eigenen Objekten und strengen Freigabeprozessen ist Salesforce oder Microsoft Dynamics 365 oft die passendere Basis.
  • Bindung. Je mehr Automatisierungen in HubSpot liegen, desto teurer wird ein späterer Wechsel. Exportieren lassen sich Kontaktdaten leicht, Workflows und Berichte nicht.

Für wen HubSpot passt und welche Alternativen besser sein können

Meine Einschätzung: HubSpot lohnt sich vor allem für B2B-Unternehmen mit etwa 10 bis 300 Mitarbeitenden, die über Inhalte Leads gewinnen und einen eigenen Vertrieb haben, der diese Leads bearbeitet. Genau dort spielt die gemeinsame Datenbasis ihren Vorteil aus. Wer nur Newsletter verschickt oder nur eine Vertriebspipeline pflegt, zahlt für ungenutzte Funktionen.

SituationEher geeignet
Nur Newsletter und einfache AutomatisierungSpezialisierte Versanddienste wie CleverReach, rapidmail oder Brevo
Kleines Vertriebsteam, Fokus auf PipelinePipedrive oder das kostenlose HubSpot-CRM
Konzern mit komplexen ProzessenSalesforce, Microsoft Dynamics 365
Preisbewusst mit breitem FunktionsumfangZoho CRM

Checkliste vor dem Kauf

  • Wie viele Kontakte wollen Sie in zwölf Monaten tatsächlich per Marketing anschreiben?
  • Welche drei Funktionen brauchen Sie wirklich, und in welcher Edition stecken sie?
  • Wer betreut das System intern, und gibt es Budget für Onboarding und Agentur?
  • Ist Ihr Konto dem EU-Rechenzentrum zugeordnet, und ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag abgeschlossen?
  • Wie sieht der Plan aus, falls Sie in drei Jahren wechseln wollen?

Wer HubSpot vor allem für Newsletter einsetzen will, sollte vorher die Grundlagen zum B2B-E-Mail-Marketing klären; welche Zahlen danach ins Dashboard gehören, steht im Beitrag zu Content-Marketing-KPIs.

Quellen