Wer im Herbst 2026 eine Grafikkarte kauft, wählt aus drei Familien: NVIDIA GeForce RTX 50, AMD Radeon RX 9000 und Intel Arc B. Neue Modelle sind bis Jahresende nicht in Sicht, die Preise sind dafür seit dem Sommer kräftig gestiegen. Diese Rangliste sortiert alle aktuellen Desktop-Karten in Leistungsklassen, stützt die Reihenfolge auf die Messungen von ComputerBase und PC Games Hardware und sagt, was sich bei welchem Budget lohnt.
Woher die Reihenfolge stammt
Die Einordnung folgt der Grafikkarten-Rangliste von ComputerBase (Stand 2. Oktober 2026). Die Redaktion misst auf einem Ryzen 7 9800X3D und bildet aus vielen Spielen ein Performance-Rating als geometrisches Mittel, getrennt für Rasterisierung und Raytracing sowie für Full HD, WQHD und Ultra HD. Als zweite Quelle dient das Mega-Ranking von PC Games Hardware (Update vom 11. August 2026), das 20 Spiele in vier Auflösungen misst und ältere Karten über zwölf Jahre hinweg hochrechnet; die Redaktion warnt selbst, dass die Werte um einige Prozent danebenliegen können. Prozentwerte nennt dieser Artikel nur dort, wo sie sich direkt aus den ComputerBase-Ratings ergeben.
Leistungstabellen dieser Art gehören seit den frühen 2000er-Jahren zum Standardrepertoire deutschsprachiger Hardware-Magazine. Geändert hat sich vor allem, was hineingehört: Raytracing, KI-Upscaling und Speichergröße entscheiden heute oft mehr als die reine Bildrate ohne Effekte.
Die Rangliste nach Leistungsklassen
Innerhalb einer Klasse stehen die Karten in der Reihenfolge der ComputerBase-Ratings in WQHD (beim Einstieg Full HD). Speicher und Leistungsaufnahme stammen von NVIDIA, AMD und Intel, die Preise sind die günstigsten lagernden Angebote laut ComputerBase vom 2. Oktober 2026.
| Klasse | Modell | Speicher | TGP/TBP | UVP / Bestpreis 2.10.2026 | Einordnung |
|---|---|---|---|---|---|
| Enthusiast | GeForce RTX 5090 | 32 GB GDDR7, 512 Bit | 575 W | 2.099 € / 5.999 € | Mit Abstand schnellste Karte, Preis völlig aus dem Ruder |
| Oberklasse | GeForce RTX 5080 | 16 GB GDDR7, 256 Bit | 360 W | 1.059 € / 1.489 € | Ultra HD mit Raytracing ohne Abstriche |
| Oberklasse | GeForce RTX 5070 Ti | 16 GB GDDR7, 256 Bit | 300 W | 879 € / 1.200 € | Ultra HD, WQHD mit vollem Raytracing |
| Oberklasse | Radeon RX 9070 XT | 16 GB GDDR6, 256 Bit | 304 W | 689 € / 789 € | Knapp hinter der 5070 Ti, deutlich günstiger |
| Obere Mittelklasse | Radeon RX 9070 | 16 GB GDDR6, 256 Bit | 220 W | 629 € / 659 € | WQHD, sparsam, viel Speicher |
| Obere Mittelklasse | GeForce RTX 5070 | 12 GB GDDR7, 192 Bit | 250 W | 589 € / 799 € | WQHD, aktuell zu teuer |
| Obere Mittelklasse | Radeon RX 9070 GRE | 12 GB GDDR6, 192 Bit | 220 W | 559 € / 589 € | WQHD-Einstieg, seit Juni 2026 weltweit |
| Mittelklasse | GeForce RTX 5060 Ti 16 GB | 16 GB GDDR7, 128 Bit | 180 W | 449 € / 715 € | Full HD mit Raytracing, WQHD mit Einschränkungen |
| Mittelklasse | Radeon RX 9060 XT 16 GB | 16 GB GDDR6, 128 Bit | 160 W | 369 € / 439 € | Fast gleich schnell wie die 5060 Ti 16 GB |
| Mittelklasse | GeForce RTX 5060 Ti 8 GB | 8 GB GDDR7, 128 Bit | 180 W | – | Schnell genug, aber Speicher zu knapp |
| Einstieg | GeForce RTX 5060 | 8 GB GDDR7, 128 Bit | 145 W | 319 € / 430 € | Full HD mit reduzierten Texturen |
| Einstieg | Radeon RX 9060 XT 8 GB | 8 GB GDDR6, 128 Bit | 150 W | – | Nur eingeschränkt empfehlenswert |
| Einstieg | GeForce RTX 5050 | 8 GB GDDR6, 128 Bit | 130 W | 259 € / 340 € | Full HD, gleichauf mit der Arc B580 |
| Einstieg | Arc B580 | 12 GB GDDR6, 192 Bit | 190 W | ca. 300 € / 334 € | Mehr Speicher als die Konkurrenz im Preisbereich |
| Einstieg | Arc B570 | 10 GB GDDR6, 160 Bit | 150 W | ca. 260 € / 266 € | Günstigste brauchbare Neukarte |
Die Radeon RX 9060 ohne XT gibt es nur in Komplett-PCs, die Varianten RTX 5090D und Arc Pro richten sich an China beziehungsweise an Workstations und fehlen deshalb. Bei der RTX 5060 Ti 8 GB und der RX 9060 XT 8 GB führt ComputerBase keine aktuellen Bestpreise.
Was die Ratings zwischen den Klassen zeigen
Die RTX 5090 liegt in WQHD ohne Raytracing rund 35 Prozent vor der RTX 5080 (Rating 142,4 zu 105,4). Die RX 9070 XT erreicht dort 88,8 Punkte und damit gut 94 Prozent der RTX 5070 Ti (94,1); mit Raytracing schrumpft ihr Anteil auf 92 Prozent (80,7 zu 87,7). Die RTX 5070 (74,8) liegt in beiden Disziplinen hinter der RX 9070 (78,7). Am unteren Ende sind RTX 5050 und Arc B580 in Full HD praktisch gleich schnell, mit Raytracing hat die Intel-Karte einen knappen Vorsprung.
Kaufempfehlung je Budget im Oktober 2026
Die Preise sind die eigentliche Nachricht dieses Herbstes. Laut ComputerBase kostete die günstigste lagernde RTX 5070 am 24. Juli 2026 noch 564 Euro, am 2. Oktober 799 Euro. Bei der RTX 5090 stieg der Bestpreis im selben Zeitraum von 3.955 auf 5.999 Euro. AMD-Karten sind ebenfalls teurer geworden, aber deutlich moderater. Daraus ergeben sich klare Empfehlungen:
- Bis etwa 350 Euro: Arc B580. Sie ist so schnell wie die RTX 5050, hat aber 12 statt 8 GB Speicher. Wer vor allem bestimmte ältere Spiele spielt, sollte vorher Einzeltests dieser Titel ansehen, denn Ratings mitteln Ausreißer weg.
- Um 450 Euro: Radeon RX 9060 XT 16 GB. Sie liegt im ComputerBase-Rating in Full HD nur wenige Prozent hinter der RTX 5060 Ti 16 GB, kostet aber rund 275 Euro weniger. Das ist im Moment das beste Angebot für Full HD und einfaches WQHD.
- 600 bis 800 Euro: Radeon RX 9070 XT. Für 10 Euro weniger als eine RTX 5070 bekommt man laut Rating in WQHD rund 19 Prozent mehr Leistung ohne und mit Raytracing, dazu 16 statt 12 GB. Wer weniger ausgeben will, nimmt die RX 9070 für 659 Euro.
- Um 1.200 Euro: RTX 5070 Ti, aber nur, wenn DLSS, starkes Raytracing oder Pathtracing wichtig sind. Für reines Spielen in WQHD ist der Aufpreis gegenüber der RX 9070 XT schwer zu rechtfertigen.
- RTX 5080 und 5090: zum aktuellen Preis nur für Ultra HD mit maximalem Raytracing oder für berufliche Anwendungen, etwa KI-Modelle, die die 32 GB der 5090 brauchen.
Karten mit 8 GB Speicher empfiehlt ComputerBase nur noch eingeschränkt: „Grafikkarten mit 8 GB sind für moderne Spiele nicht mehr genug“. Betroffen sind vor allem hohe Texturstufen, die solche Karten auch in Full HD zum Nachladen zwingen.
Aufrüsten von RTX 30/40 und RX 6000/7000
Beide Ranglisten führen die Vorgänger mit. PC Games Hardware rät, beim Aufrüsten von einer zwei Generationen alten Mittelklassekarte wie RTX 3060 oder RX 6600 mindestens eine Leistungsklasse höher zu greifen. Einige Beispiele aus den ComputerBase-Ratings in WQHD ohne Raytracing:
| Heutige Karte | Rating WQHD | Lohnendes Ziel | Rating Ziel |
|---|---|---|---|
| RTX 3060 Ti / RX 6700 XT | 41,3 / 41,0 | RX 9070 XT | 88,8, gut doppelt so schnell |
| RX 6800 XT | 58,0 | RX 9070 XT | 88,8, rund 50 Prozent mehr |
| RTX 4060 | 36,6 | RX 9060 XT 16 GB | 53,5, plus doppelter Speicher |
| RTX 4070 | 63,5 | RTX 5070 lohnt nicht (74,8) | erst ab RTX 5070 Ti (94,1) |
| RTX 4080 Super / RX 7900 XTX | 97,1 / 92,0 | nur RTX 5090 | 142,4, zum Preis kaum sinnvoll |
Wer eine RTX 4070 Super, RX 7900 XT oder schneller besitzt, wartet besser auf die nächste Generation. Die zeichnet sich aber nicht vor 2027 ab: Ein von Overclock3D aufgegriffener Bericht nennt die CES 2027 als Termin für die RTX-50-Super-Reihe, ComputerBase rechnet bei AMD frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit einem Nachfolger der RX 9070 XT. Intels größere Battlemage-Karte Arc B770 wurde laut Berichten vom Februar 2026 gestoppt, offiziell bestätigt hat Intel das nicht. Alle drei Punkte sind Gerüchte, keine Ankündigungen.
So lesen Sie eine Grafikkarten-Rangliste richtig
Auflösung und CPU-Limit
In Full HD bremst bei schnellen Karten oft der Prozessor, die Abstände schrumpfen. Deshalb führt ComputerBase die Oberklasse im Full-HD-Rating gar nicht auf. Maßgeblich ist das Rating in der Auflösung, in der Sie tatsächlich spielen.
Raytracing getrennt betrachten
Ohne Raytracing liegt die RX 7900 XTX vor der RX 9070 XT, mit Raytracing ist es umgekehrt. Die älteren Radeons verlieren mit Strahlenverfolgung deutlich, RDNA 4 hat diesen Rückstand weitgehend aufgeholt. Wer Spiele mit erzwungenem Raytracing spielt, sollte nur auf das Raytracing-Rating schauen.
Upscaling und Frame Generation
DLSS 4 mit Multi Frame Generation gibt es nur auf RTX-50-Karten, FSR 4 sowie die KI-Funktionen von FSR Redstone (seit November 2025) nur auf der Radeon RX 9000. Seit September 2026 bringt NVIDIA außerdem DLSS 5 auf RTX-50-Karten, das per KI Licht- und Materialdetails ergänzt, bislang aber nur in wenigen Spielen. Generierte Bilder erhöhen die angezeigte Bildrate, verbessern aber nicht die Reaktionszeit. Ein Vergleich „120 FPS mit Frame Generation gegen 80 FPS ohne“ ist deshalb kein fairer Leistungsvergleich.
Speicher und Netzteil
Für WQHD sind 12 GB das Minimum, für Ultra HD 16 GB. Beim Netzteil nennt NVIDIA folgende Mindestleistung für das Gesamtsystem: 550 W für RTX 5050 und 5060, 600 W für die 5060 Ti, 650 W für die 5070, 750 W für die 5070 Ti, 850 W für die 5080 und 1.000 W für die 5090. Die RX 9070 XT liegt mit 304 W Boardpower auf dem Niveau der RTX 5070 Ti, ein Netzteil der 750-Watt-Klasse ist auch hier die sichere Wahl. Nach dem Einbau lohnt eine saubere Treiberinstallation, wie in der Anleitung zum Grafikkartentreiber installieren beschrieben. Welche Bauteile hinter Begriffen wie Speicherinterface oder Boardpower stecken, erklärt der Beitrag Wie funktioniert eine GPU.
Quellen
- ComputerBase: Grafikkarten-Rangliste 2026, Stand 2.10.2026
- PC Games Hardware: Wie schnell ist meine Grafikkarte? Mega-Ranking 2026, Update 11.08.2026
- NVIDIA: GeForce-Grafikkarten im Vergleich (Spezifikationen, TGP, Netzteil)
- Wikipedia: Radeon RX 9000 series (Spezifikationstabelle)
- Guru3D: Radeon RX 9070 GRE goes global with 12 GB GDDR6
- Wikipedia: Intel Arc (Battlemage-Modelle)
- NVIDIA: DLSS 5 Comes To Hogwarts Legacy, 13.10.2026
- Overclock3D: RTX 50 Super series targets CES 2027, 8.6.2026







