The Devil’s Light (2022)

The Devil’s Light (in einigen Ländern auch unter dem Titel Prey for the Devil veröffentlicht) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2022. Regie führte Daniel Stamm, der bereits durch Filme wie The Last Exorcism bekannt war. In den Hauptrollen spielen Jacqueline Byers, Colin Salmon, Virginia Madsen und Ben Cross. Der Film dreht sich um eine junge Nonne, die gegen den Widerstand der katholischen Kirche an einer Exorzismusschule ausgebildet wird und dabei mit ihrer eigenen dunklen Vergangenheit konfrontiert wird. Lionsgate übernahm den Verleih in den USA. In Deutschland kam der Film am 28. Oktober 2022 in die Kinos – nur wenige Tage vor Halloween. Das Drehbuch stammt von Robert Zappia und Todd R. Jones. Der Film wurde in Bulgarien gedreht und greift bekannte Motive des Exorzismus-Subgenres auf, versucht aber, ihnen eine feministische Wendung zu geben.

Worum es in dem Film geht

Die Geschichte spielt in einer Welt, in der dämonische Besessenheit weltweit zunimmt. Die katholische Kirche reagiert darauf, indem sie spezielle Exorzismusschulen eröffnet. Dort werden Priester im Ritus des Exorzismus ausgebildet. Nonnen hingegen dürfen lediglich als Krankenpflegerinnen arbeiten. Ihnen ist es ausdrücklich verboten, selbst Exorzismen durchzuführen.

Schwester Ann arbeitet als Pflegerin an einer solchen Schule. Sie kümmert sich um die Patienten und Patientinnen, die angeblich von Dämonen besessen sind. Darunter befindet sich auch die junge Natalie, ein Mädchen, das besonders schwer betroffen ist. Ann fühlt sich zu Natalie hingezogen und spürt eine seltsame Verbindung zu ihr.

Pater Quinn, einer der erfahrensten Lehrer an der Schule, erkennt Anns besondere Gabe. Sie kann sich in die besessenen Opfer einfühlen und so eine emotionale Brücke zu ihnen aufbauen. Das ist eine Fähigkeit, die die meisten Priester nicht besitzen. Quinn beschließt daher, eine Ausnahme zu machen. Er nimmt Ann in seinen Unterricht auf – gegen alle Regeln und gegen den Widerstand des Personals.

Zusammen mit ihrem Mitschüler Pater Dante beginnt Ann ihre Ausbildung. Dante wird schnell zu einem Verbündeten. Manche der anderen Priester machen sich über Ann lustig. Andere nehmen sie nicht ernst. Aber Ann lässt sich nicht entmutigen.

Während der Ausbildung passieren beunruhigende Dinge. Ann hat verstörende Visionen und wird von Erinnerungen an ihre Mutter heimgesucht. Ihre Mutter war psychisch labil und wurde möglicherweise ebenfalls von einem Dämon gequält. Ein älterer, besessener männlicher Patient belästigt Ann und zwingt sie gegen ihren Willen zum Tanzen, als sie in seinem Zimmer gefangen ist. Diese Szenen zeigen, dass die Gefahren an dieser Schule sehr real sind.

Ann gibt nicht auf. Zusammen mit Dante dringt sie in Geheimarchive ein. Dort entdecken sie Akten über sogenannte „unheilbare Fälle“ – Patienten, die wahrscheinlich nie geheilt werden und sterben. Sie finden auch Hinweise auf eine Frau, die aus dem Institut entlassen wurde, deren Schicksal aber unklar bleibt.

Ein wichtiger Wendepunkt kommt, als Ann Dantes verstörte Schwester exorziert. Der Exorzismus scheint zunächst erfolgreich. Doch am nächsten Morgen erfährt Ann von der Schulleitung und einem Kardinal, dass die Frau sich umgebracht hat. Diese Nachricht trifft Ann schwer. Sie beschließt, die Schule zu verlassen und in ihr altes Kloster zurückzukehren.

Doch dann kommt Dante mit einer dringenden Nachricht: Natalie hat einen Rückfall erlitten. Das Mädchen, das sich schon erholt hatte und die Schule verlassen konnte, ist wieder besessen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie als „unheilbarer Fall“ in den Vatikan geschickt wird – was praktisch einem Todesurteil gleichkommt. Dante überredet Ann, sich mit ihm zurück in die Schule zu schleichen und Natalie heimlich zu exorzieren.

Dann kommt die große Enthüllung: Natalie ist Anns eigene Tochter. Ann war als Teenager schwanger geworden und hatte das Kind zur Adoption freigegeben. Der Schmerz, von ihrer Mutter verlassen worden zu sein, hat Natalie anfällig für die dämonische Besessenheit gemacht.

Im Finale des Films gelingt es Ann, den Dämon aus Natalie zu vertreiben. Aber der Dämon lässt Natalie nicht einfach gehen – er ergreift stattdessen Besitz von Ann. Ann fällt in ein großes Becken mit Weihwasser und kämpft dort sowohl gegen den Dämon als auch gegen die Qualen ihrer Vergangenheit. Am Ende befreit sie sich.

Die Schulleitung belohnt Ann mit einem akademischen Stipendium im Vatikan. Doch im Taxi erkennt sie den Fahrer: Es ist der alte Mann, der sie zuvor unter dämonischem Einfluss belästigt hatte. Eine unheimlich aussehende Frau steht am Straßenrand und starrt sie an. Ann greift zu einem Kruzifix, als der Fahrer sie angreift. Der Film endet mit einem offenen, bedrohlichen Schluss.

Besetzung und wichtige Rollen

Die Besetzung von The Devil’s Light vereint bekannte und weniger bekannte Schauspieler.

RolleDarsteller/in
Schwester AnnJacqueline Byers
Pater QuinnColin Salmon
NataliePosy Taylor
OberinVirginia Madsen
Pater DanteChristian Navarro
Kardinal MatthewsBen Cross

Jacqueline Byers trägt den Film als Hauptdarstellerin. Sie spielt Schwester Ann mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit. Colin Salmon, bekannt aus diversen britischen Produktionen und den James-Bond-Filmen, übernimmt die Rolle des strengen, aber wohlwollenden Pater Quinn. Virginia Madsen, die für ihre Rolle in Candyman (1992) bekannt ist, spielt die Oberin der Schule. Für Ben Cross war es eine seiner letzten Rollen – der britische Schauspieler verstarb am 18. August 2020 während der Produktion. Der Film ist ihm gewidmet.

Wie der Film entstand

Die Produktionsgeschichte von The Devil’s Light war nicht ganz unkompliziert. Erste Berichte über das Projekt tauchten bereits 2019 auf. Damals sollte James Hawes Regie führen. Im Jahr 2020 übernahm dann aber Daniel Stamm die Regie. Stamm war für den Exorzismus-Horrorfilm The Last Exorcism (2010) bekannt, was ihn zu einer naheliegenden Wahl machte.

Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in Bulgarien statt. Das Land ist in den letzten Jahren zu einem beliebten Drehort für Horrorfilme geworden, weil die Produktionskosten dort deutlich geringer sind als in den USA oder Westeuropa. Gleichzeitig bieten die alten Gebäude und Kirchen eine passende Atmosphäre für einen Film über Exorzismus.

Das Drehbuch schrieben Robert Zappia und Todd R. Jones. Zappia ist vor allem als Autor von Halloween H20: 20 Years Later (1998) bekannt. Die Produktion übernahm die Firma Room 101, gemeinsam mit Lionsgate.

Ursprünglich sollte der Film unter dem Titel Prey for the Devil erscheinen. In manchen Ländern wurde dieser Titel beibehalten. In Deutschland und einigen anderen Märkten kam er als The Devil’s Light in die Kinos. Der Kinostart in den USA war am 28. Oktober 2022. In Deutschland erschien der Film am selben Tag.

Die Altersfreigabe in Deutschland war FSK 16. Der Film erhielt in den USA ein PG-13-Rating, was bedeutet, dass er bewusst auf extreme Gewaltdarstellungen verzichtet, um ein breiteres Publikum anzusprechen.

Was den Film von anderen Exorzismus-Filmen unterscheidet

Exorzismusfilme gibt es viele. Seit dem Klassiker Der Exorzist (1973) von William Friedkin hat das Subgenre unzählige Filme hervorgebracht. The Devil’s Light versucht, sich auf mehreren Ebenen davon abzuheben.

Der erste wichtige Punkt ist das Setting. Die Idee einer speziellen Exorzismusschule, in der Hightech auf Tradition trifft, ist ungewöhnlich. Die Schule hat moderne Überwachungsgeräte, medizinisches Equipment und gleichzeitig Kruzifixe, Weihwasser und alte Rituale. Diese Mischung aus Alt und Neu gibt dem Film ein eigenes visuelles Profil.

Der zweite Punkt ist die feministische Note. In der katholischen Kirche haben Frauen traditionell wenig Macht. Exorzismen sind den Priestern – also Männern – vorbehalten. Der Film thematisiert diese Ungleichheit direkt. Schwester Ann muss sich gegen ein System behaupten, das sie nicht akzeptiert. Sie muss mehr leisten als ihre männlichen Mitschüler, um ernst genommen zu werden. Das ist ein Thema, das über den reinen Horrorfilm hinausgeht und gesellschaftliche Relevanz hat.

Drittens ist da die persönliche Geschichte von Ann. Der Film verbindet den Kampf gegen die Dämonen mit Anns eigener Vergangenheit. Die Tatsache, dass Natalie ihre Tochter ist, macht den Exorzismus zu einem zutiefst emotionalen Akt. Es geht nicht nur um Gut gegen Böse, sondern auch um Schuld, Vergebung und die Frage, ob man die Fehler der Vergangenheit wiedergutmachen kann.

Wie Kritik und Publikum reagiert haben

Die Kritiken zu The Devil’s Light fielen überwiegend gemischt bis negativ aus. Viele Rezensenten lobten die Grundidee und die feministische Herangehensweise, kritisierten aber die Umsetzung.

Ein häufiger Kritikpunkt war, dass der Film seine interessanten Ansätze nicht konsequent genug verfolgt. Die Exorzismusschule als Setting wird eingeführt, aber nicht wirklich ausgeschöpft. Die feministische Botschaft ist vorhanden, wird aber nicht in der Tiefe behandelt, die sie verdient hätte. Stattdessen fällt der Film in der zweiten Hälfte in bekannte Genre-Muster zurück: Jumpscares, dunkle Gänge, Dämonen mit verzerrten Stimmen. film-rezensionen.de beschrieb den Film als Mischung aus „Licht und Schatten“ – immer wieder gebe es interessante Vorlagen, die dann nicht richtig genutzt werden.

Auf Rotten Tomatoes erreichte der Film nur etwa 24 Prozent positive Kritiken. Die Zuschauerbewertungen lagen etwas höher, was zeigt, dass das allgemeine Publikum den Film wohlwollender aufgenommen hat als die professionellen Kritiker.

Andere Kritiker wiesen darauf hin, dass das PG-13-Rating den Film einschränkt. Exorzismus-Horrorfilme leben oft von intensiven, verstörenden Szenen. The Devil’s Light bleibt aber immer etwas zahm. Die wirklich beängstigenden Momente fehlen. Der Film will niemanden verschrecken, was für einen Horrorfilm ein Problem ist.

Die schauspielerische Leistung von Jacqueline Byers wurde allerdings auch von kritischen Stimmen positiv erwähnt. Sie trägt den Film und verleiht der Figur der Schwester Ann Glaubwürdigkeit.

Einspielergebnisse an der Kinokasse

An der Kinokasse lief The Devil’s Light insgesamt ordentlich, gemessen an seinem bescheidenen Budget. Das Produktionsbudget lag bei geschätzten 18 Millionen US-Dollar. Weltweit spielte der Film rund 65 Millionen US-Dollar ein. Damit war er ein finanzieller Erfolg, obwohl die Kritiken schwach waren.

Besonders in internationalen Märkten lief der Film gut. In den USA spielte er etwa 21 Millionen Dollar ein. Der Rest kam aus den internationalen Kinostarts zusammen. Das zeigt, dass das Exorzismus-Genre nach wie vor ein Publikum hat, auch wenn die einzelnen Filme selten von Kritikern gelobt werden.

MarktEinspielergebnis (ca.)
USA & Kanada$21 Mio.
International$44 Mio.
Weltweit$65 Mio.
Budget$18 Mio.

Einordnung in das Exorzismus-Genre

The Devil’s Light erschien in einer Zeit, in der das Exorzismus-Genre einen kleinen Aufschwung erlebte. Filme wie The Pope’s Exorcist (2023) mit Russell Crowe oder die Exorzist-Trilogie von David Gordon Green zeigten, dass das Thema nach wie vor kommerzielles Potenzial hat. Gleichzeitig gibt es auch immer wieder kleinere, unabhängigere Produktionen wie Agnes – Face Your Demons, die frischere Ansätze verfolgen.

Daniel Stamm selbst hatte mit The Last Exorcism einen der erfolgreichsten Found-Footage-Horrorfilme gedreht. The Devil’s Light verzichtet auf das Found-Footage-Format und setzt stattdessen auf eine konventionellere Bildsprache. Das macht den Film visuell polierter, nimmt ihm aber auch etwas von der Rohheit und Unmittelbarkeit, die The Last Exorcism auszeichnete.

Der Film steht in einer langen Tradition von Horrorfilmen, die sich mit dem Thema Glauben auseinandersetzen. Von Der Exorzist über The Rite bis hin zu The Conjuring – das Spannungsfeld zwischen Religion und Übernatürlichem bietet seit Jahrzehnten Stoff für das Kino.

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