Psion PLC war ein britisches Technologieunternehmen, das vor allem durch seine tragbaren Computer und Personal Digital Assistants (PDAs) in den 1980er- und 1990er-Jahren bekannt wurde. Gegründet im Jahr 1980 von David Potter, entwickelte sich Psion vom reinen Softwareanbieter zu einem Pionier der mobilen Computertechnik. Zu den bekanntesten Produkten zählen der Psion Organiser (1984), die Series 3 und Series 5, sowie das Psion netBook.
Ab den 2000er-Jahren verlagerte Psion den Schwerpunkt vom Konsumermarkt hin zu robusten, industrietauglichen Handhelds über die Tochtergesellschaft Psion Teklogix. 2012 übernahm Motorola Solutions das Unternehmen, womit die Marke Psion verschwand.
Gründung und frühe Jahre
Psion wurde 1980 in London gegründet. Der Name leitet sich von Potter Scientific Instruments Or Nothing ab. In der Anfangszeit entwickelte das Unternehmen vor allem Software für Heimcomputer, darunter Programme für den Sinclair ZX81 und den Sinclair ZX Spectrum.
Mit dem Psion Organiser brachte das Unternehmen 1984 eines der ersten tragbaren elektronischen Organisationsgeräte auf den Markt. Die zweite Generation, der Psion Organiser II (1986), setzte neue Maßstäbe für mobile Datenerfassung und war besonders bei Unternehmen im Einsatz.
Durchbruch im PDA-Markt – der Psion Organiser
Der Psion Organiser gilt als einer der ersten kommerziell erfolgreichen PDAs. Er bot eine einfache Textanzeige, einen Taschenrechner, Kalenderfunktionen und die Möglichkeit, Softwaremodule zu wechseln.
Technische Daten – Psion Organiser II
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 1986 |
| Prozessor | Hitachi HD6301 |
| Speicher | 8 KB – 32 KB RAM |
| Display | 2 Zeilen × 16 Zeichen LCD |
| Stromversorgung | 9V-Batterie |
| Besonderheiten | Wechselbare Datapak-Module, robuste Bauweise |
Der Organiser II wurde in zahlreichen Branchen eingesetzt – vom Einzelhandel bis zur Logistik.
Die Series 3 – Reifephase der mobilen Computer
1991 stellte Psion die Series 3 vor. Diese Klappgeräte verfügten über eine vollständige Tastatur, ein größeres Display und das neue Betriebssystem EPOC16.
Technische Daten – Psion Series 3a
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 1993 |
| Prozessor | NEC V30H (7,68 MHz) |
| Speicher | 256 KB – 2 MB RAM |
| Display | 240 × 80 Pixel, Monochrom |
| Betriebssystem | EPOC16 |
| Besonderheiten | Klappgehäuse, OPL-Programmiersprache, lange Batterielaufzeit |
Die Series 3 wurde zu einem Bestseller, vor allem in Europa.
Die Series 5 – Psions Höhepunkt im PDA-Bereich
1997 kam die Psion Series 5 auf den Markt. Sie bot Touchscreen, verbesserte Tastaturmechanik und das neue EPOC32-Betriebssystem.
Technische Daten – Psion Series 5mx
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 1999 |
| Prozessor | ARM710T (36 MHz) |
| Speicher | 16 MB RAM |
| Display | 640 × 240 Pixel, Touchscreen |
| Betriebssystem | EPOC32 (später Symbian) |
| Besonderheiten | Slide-and-Flip-Tastaturmechanismus, erweiterbar über CF-Karten |
Die Series 5 gilt heute als Klassiker und wird noch immer von Sammlern geschätzt.
Das Psion netBook
Das Psion netBook erschien 1999 und richtete sich an professionelle Anwender. Es bot ein größeres Display, integriertes Modem und Netzwerkfähigkeiten.
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 1999 |
| Prozessor | StrongARM SA-1100 (190 MHz) |
| Speicher | 32 MB RAM |
| Display | 800 × 600 Pixel, Farb-LCD |
| Betriebssystem | EPOC32 |
| Besonderheiten | PCMCIA- und CF-Slots, robustes Gehäuse |
Das Gerät war seiner Zeit voraus, fand aber nur begrenzte Verbreitung aufgrund des hohen Preises.
EPOC und Symbian – Psions Software-Erbe
Psion entwickelte EPOC zunächst für eigene Geräte. 1998 ging daraus Symbian OS hervor, nachdem Psion zusammen mit Nokia, Ericsson und Motorola das Joint Venture Symbian Ltd. gründete.
Symbian wurde in den 2000er-Jahren zum meistgenutzten Smartphone-Betriebssystem weltweit, bevor es von iOS und Android abgelöst wurde. Psion verkaufte seine Anteile 2004.
Rückzug aus dem Consumer-Markt
Nach dem Erfolg der Series 5 und des netBook zog sich Psion Anfang der 2000er-Jahre aus dem Endkundengeschäft zurück. Gründe waren die zunehmende Konkurrenz durch Palm, Windows CE-Geräte und später Smartphones.
Psion Teklogix und der Industriemarkt
2000 übernahm Psion das kanadische Unternehmen Teklogix. Fortan konzentrierte sich Psion Teklogix auf robuste mobile Geräte für Lager, Logistik und Außendienst.
Wichtige Industrieprodukte
Psion Workabout Pro
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 2002 |
| Prozessor | XScale PXA270 |
| Speicher | 64 MB – 128 MB RAM |
| Betriebssystem | Windows CE / Windows Mobile |
| Besonderheiten | Modularer Aufbau, Barcode-Scanner, RFID-Optionen |
Psion Omnii XT15
| Merkmal | Daten |
|---|---|
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Prozessor | TI OMAP3 |
| Speicher | 256 MB RAM |
| Betriebssystem | Windows CE 6.0 / Windows Embedded Handheld |
| Besonderheiten | Extreme Robustheit, IP67-Zertifizierung, modulare Erweiterungen |
Übernahme durch Motorola Solutions
2012 kaufte Motorola Solutions Psion für rund 200 Millionen US-Dollar. 2013 war die Integration abgeschlossen. Die Marke Psion wurde aufgegeben.
Einfluss auf die Entwicklung von Smartphones
Psions EPOC und die Zusammenarbeit bei Symbian legten die Grundlage für viele Funktionen moderner Smartphones: Multitasking, Energiemanagement und App-Struktur.
Fazit
Obwohl die Marke verschwunden ist, genießen Psion-Geräte Kultstatus. Sammler, Technikfans und Nostalgiker tauschen sich in Onlineforen aus. In der Industrie wirken Psions Konzepte für modulare, robuste Geräte bis heute nach.

