Kiss the Coach (Originaltitel: Playing for Keeps) ist eine US-amerikanische romantische Komödie aus dem Jahr 2012. Regie führte der italienische Regisseur Gabriele Muccino. In den Hauptrollen sind Gerard Butler, Jessica Biel, Uma Thurman, Catherine Zeta-Jones, Dennis Quaid und Judy Greer zu sehen. Das Drehbuch stammt von Robbie Fox. Der Film erzählt die Geschichte eines ehemaligen Profifußballers, der sein Leben wieder in den Griff bekommen will. Dafür übernimmt er das Training der Jugendfußballmannschaft seines Sohnes – und wird dabei von den Müttern der kleinen Spieler umschwärmt. In den USA kam der Film am 7. Dezember 2012 in die Kinos, in Deutschland erst am 11. April 2013. Der deutsche Verleih lief über Splendid Film. Trotz der prominenten Besetzung wurde der Film von der Kritik nahezu einhellig verrissen und galt als kommerzieller Misserfolg.
Worum es in dem Film geht
Die Handlung dreht sich um George Dryer (Gerard Butler). George war mal ein gefeierter Fußballstar. Er spielte für Vereine wie Celtic Glasgow, Liverpool und D.C. United und war Teil der schottischen Nationalmannschaft. Aber seine besten Tage sind vorbei. George hat sein Geld verprasst, sein Leben ist aus den Fugen geraten. Er zieht nach McLean, Virginia, um in der Nähe seines Sohnes Lewis (Noah Lomax) und seiner Ex-Frau Stacie (Jessica Biel) zu sein.
Stacie ist mittlerweile mit einem anderen Mann verlobt – Matt (James Tupper). Lewis kennt seinen Vater kaum und ist ihm gegenüber misstrauisch. George versucht parallel, einen Job als Sportkommentator bei ESPN zu bekommen. Doch seine Bewerbungsvideos überzeugen zunächst niemanden.
Eher widerwillig übernimmt George das Training der Fußballmannschaft seines Sohnes. Schnell merkt er, dass er als ehemaliger Profi bei den Eltern großen Eindruck hinterlässt. Besonders die Mütter der jungen Spieler zeigen großes Interesse an ihm. Barb (Judy Greer), eine frisch geschiedene Frau mit Hang zu emotionalen Ausbrüchen, Denise (Catherine Zeta-Jones), eine ehemalige Sportmoderatorin, und Patti (Uma Thurman), die gelangweilte Ehefrau des Team-Sponsors Carl King (Dennis Quaid), buhlen um seine Aufmerksamkeit.
Carl selbst drängt sich George als bester Freund auf. Er bietet ihm sogar Bestechungsgeld an, damit seine Kinder bevorzugt behandelt werden. George verstrickt sich in immer mehr Komplikationen: Er schläft mit Barb, lässt sich von Denise zu ESPN-Kontakten verhelfen und muss die Annäherungsversuche von Patti abwehren.
All das führt dazu, dass George seinen Sohn mehrfach im Stich lässt. Lewis bemerkt die Ablenkungen seines Vaters und will irgendwann gar nicht mehr Fußball spielen. George begreift schließlich, was wirklich zählt. Er spielt bei Regen mit Lewis Fußball, nähert sich Stacie wieder an und bekommt zwar den ESPN-Job angeboten – entscheidet sich aber dagegen, nach Connecticut umzuziehen. Stattdessen bleibt er in Virginia, wird lokaler Sportkommentator und findet zurück zu seiner Familie. Stacie löst ihre Verlobung mit Matt.
Regie und Besetzung
| Funktion | Person |
|---|---|
| Regie | Gabriele Muccino |
| Drehbuch | Robbie Fox |
| Produktion | Kevin Misher, Jonathan Mostow, Gerard Butler, Alan Siegel, Heidi Jo Markel, John Thompson |
| Musik | Andrea Guerra |
| Kamera | Peter Menzies Jr. |
| Schnitt | Padraic McKinley |
Die Hauptbesetzung im Überblick:
| Rolle | Schauspieler |
|---|---|
| George Dryer | Gerard Butler |
| Stacie | Jessica Biel |
| Patti King | Uma Thurman |
| Denise | Catherine Zeta-Jones |
| Carl King | Dennis Quaid |
| Barb | Judy Greer |
| Lewis | Noah Lomax |
| Matt | James Tupper |
| Param | Iqbal Theba |
Gerard Butler war nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch einer der Produzenten des Films. Der Schotte brachte echte Fußballbegeisterung mit – er ist bekannter Fan von Celtic Glasgow. Für die Rolle trainierte er intensiv, um die Fußballszenen überzeugend spielen zu können.
Gabriele Muccino war zuvor durch Das Streben nach Glück (2006) und Sieben Leben (2008) mit Will Smith bekannt geworden. Kiss the Coach war seine dritte Hollywood-Produktion.
Wie die Idee zum Film entstand
Die Geschichte basiert lose auf den realen Erlebnissen von Drehbuchautor Robbie Fox. Fox war in seiner Freizeit Trainer einer Little-League-Baseballmannschaft in Encino, Kalifornien. Dort bemerkte er, dass einige Mütter der Spieler auffällig viel Interesse an ihm zeigten.
Ein Schlüsselmoment war eine E-Mail, die Fox spät nachts an die Eltern schickte. Binnen einer Minute antwortete eine der Mütter flirtend. Fox erinnerte sich später: „Um 2:01 Uhr kam eine Antwort: ‚Hi, Coach! Du bist ja spät wach heute Nacht …‘“ Diese Situation wurde im Film fast wörtlich von der Figur der Denise (Catherine Zeta-Jones) übernommen.
Fox traf bei einem Training auf den Filmemacher Jonathan Mostow (bekannt durch Terminator 3), der als Co-Trainer aktiv war. Mostow war sofort begeistert von der Idee und die beiden begannen mit der Entwicklung des Drehbuchs. Im Original war der Sport noch Baseball – als sich Gerard Butler 2009 dem Projekt anschloss, wurde er zu Fußball geändert, passend zu Butlers schottischer Herkunft.
Dreharbeiten in Louisiana
Die Dreharbeiten fanden vom 4. April bis 27. Mai 2011 statt. Gedreht wurde in Shreveport, Louisiana, in den Millennium Studios (300 Douglas Street). Louisiana bot damals großzügige Steuervergünstigungen für Filmproduktionen, was die Produktionskosten deutlich senkte.
Das Bruttobudget lag bei rund 34 Millionen US-Dollar. Nach Abzug der Steuervergünstigungen betrugen die Nettokosten etwa 25,4 Millionen Dollar. Finanziert wurde der Film von Nu Image/Millennium Films. Internationale Vertriebsrechte wurden vorab an verschiedene Verleiher verkauft, um das finanzielle Risiko zu streuen.
Teile des Films wurden offenbar nachgedreht. Kritiker bemerkten Unterschiede in Gerard Butlers Aussehen zwischen einzelnen Szenen – insbesondere eine auffällige Perücke in einigen nachträglich aufgenommenen Szenen.
Warum der Film an der Kasse scheiterte
Kiss the Coach war ein deutlicher Kassenflop. Am Eröffnungswochenende in den USA spielte der Film nur 5,75 Millionen Dollar ein – auf Platz 6 der Kinocharts hinter Filmen wie Skyfall, Die Hüter des Lichts und Breaking Dawn – Teil 2. In der zweiten Woche fiel das Einspielergebnis um 45 Prozent, in der dritten Woche um über 86 Prozent.
Einspielergebnisse im Überblick:
| Region | Einnahmen |
|---|---|
| USA und Kanada | ca. 13,1 Millionen Dollar |
| International | ca. 17,9 Millionen Dollar |
| Weltweit gesamt | ca. 31 Millionen Dollar |
Bei einem Budget von rund 25–35 Millionen Dollar (je nach Berechnungsgrundlage) und zusätzlichen Marketingkosten war das ein klares Verlustgeschäft. Der US-Verleih FilmDistrict hatte die Rechte 2011 beim Filmfestival in Cannes erworben und den Film in 2.837 Kinos gestartet. Trotzdem blieb der Film weit unter den Erwartungen.
Das Timing war denkbar ungünstig. Der Film startete nur sieben Wochen nach Gerard Butlers anderem Flop Chasing Mavericks. Gleichzeitig liefen Kassenschlager wie Skyfall und Der Hobbit (eine Woche später) und zogen das Publikum an. Romantische Komödien hatten 2012 generell einen schweren Stand an den Kinokassen.
Was Kritiker und Publikum sagten
Die Kritiken waren verheerend. Auf Rotten Tomatoes erreichte der Film zeitweise eine Zustimmung von 0 Prozent. Auch der Metascore lag bei nur 27 von 100 Punkten.
Kritiker bemängelten vor allem das schwache Drehbuch, die vorhersehbare Handlung und die mangelnde Chemie zwischen den Hauptdarstellern. Die Filmkritikerin Christy Lemire (Associated Press) nannte den Film einen der schlechtesten des Jahres. Der Kritiker Martin Beck von kino-zeit.de schrieb, der Film verdiene die „rote Karte“ und überzeuge weder als Sportfilm noch als romantische Komödie.
Einige Rezensenten fanden allerdings positive Aspekte in den Nebenrollen. Besonders Judy Greer als emotional instabile Barb und Dennis Quaid als überdrehter Carl wurden für ihren komödiantischen Einsatz gelobt. Die satirischen Szenen mit den „Fußballmüttern“ galten als die unterhaltsamsten Momente des Films.
Beim Publikum schnitt der Film etwas besser ab als bei der Fachpresse. Auf CinemaScore erhielt er die Note B+, was auf eine gewisse Zufriedenheit bei denjenigen hindeutet, die tatsächlich ins Kino gingen. Auf IMDb steht der Film bei einer Bewertung von 5,7 von 10.
Die Goldene Himbeere und andere unrühmliche Auszeichnungen
Jessica Biel wurde bei den 33. Goldenen Himbeeren (Razzies) in der Kategorie Schlechteste Nebendarstellerin nominiert – allerdings nicht nur für Kiss the Coach, sondern auch für ihre Rolle in Total Recall (2012). Sie gewann die Auszeichnung letztlich nicht.
Regisseur Gabriele Muccino distanzierte sich öffentlich vom fertigen Film. In einem Interview mit der Fachzeitschrift Variety sprach er von 13 Produzenten, die jeweils eigene Vorstellungen hatten. „Jeder wollte einen anderen Film“, sagte Muccino. Er machte auch die schlechte Vermarktung durch den Verleih FilmDistrict für das Scheitern verantwortlich. Die vielen unterschiedlichen Visionen hätten zu einem unklaren Fokus geführt und den Film letztlich ruiniert.
Der Film im deutschen Kino und auf Heimmedien
In Deutschland erschien der Film am 11. April 2013 in den Kinos. Der Verleih übernahm Splendid Film. Der deutsche Titel Kiss the Coach weicht vom Originaltitel Playing for Keeps ab – eine gängige Praxis bei deutschen Filmverleihen, englische Titel durch andere englische Titel zu ersetzen.
Auf Blu-ray und DVD wurde der Film am 30. August 2013 von Splendid Film über den Vertrieb WVG Medien veröffentlicht. Die Blu-ray enthält den Film in DTS-HD Master Audio 5.1 auf Deutsch und Englisch. Das Bildformat ist 2,40:1 in 1080p. Die Laufzeit beträgt 105 Minuten. Die FSK-Freigabe liegt bei ab 0 Jahren.
Es gab zusätzlich eine limitierte Edition mit Taschenträger, die exklusiv bei Müller erhältlich war. Diese enthielt ein Wendecover und dieselben technischen Spezifikationen wie die Standardausgabe.
Warum der Film trotzdem seine Fans hat
Trotz aller negativen Presse hat Kiss the Coach eine kleine Fangemeinde. Auf Plattformen wie Moviepilot wird der Film von manchen Nutzern als entspannte Unterhaltung für einen ruhigen Abend empfohlen. Die Bewertungen dort liegen bei 4,8 von 10 – nicht gut, aber es gibt Nutzer, die den Film auf ihre „Lieblingsfilme“-Liste gesetzt haben.
Der Film spricht vor allem Zuschauer an, die leichte romantische Komödien mit bekannten Gesichtern mögen und keine hohen Ansprüche an Originalität stellen. Die Besetzung ist objektiv beeindruckend: Einen Oscar-Gewinnerin (Catherine Zeta-Jones), eine Oscar-Nominierte (Uma Thurman), einen Golden-Globe-Nominierten (Dennis Quaid) und einen internationalen Actionstar (Gerard Butler) in einem Film zu vereinen, ist alles andere als selbstverständlich.
Das Grundproblem, auf das sich die meisten Bewertungen einigen: Der Film wusste nicht, was er sein wollte. Sportfilm, Familienkomödie, romantische Komödie oder Drama? Er versuchte alles gleichzeitig und wurde in keiner Disziplin richtig gut.







