Gott, du kannst ein Arsch sein

Gott, du kannst ein Arsch sein ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2020, der von André Erkau inszeniert wurde. Der Film basiert auf der wahren Geschichte von Stefanie Pinto, einer jungen Frau, die kurz nach ihrem Abitur die Diagnose unheilbarer Krebs erhielt. Trotz dieser niederschmetternden Nachricht entschied sie sich, zusammen mit ihrem Freund einen Roadtrip durch Europa zu unternehmen, anstatt ihre verbleibende Zeit im Krankenhaus zu verbringen. Der Film verbindet Drama, Humor und Lebensfreude auf eine Weise, die das Publikum gleichermaßen berührt und zum Nachdenken anregt. Die Hauptrollen übernahmen Sinje Irslinger und Max Hubacher. Der Titel stammt von einem gleichnamigen Song der Sängerin Ayliva, der später große Bekanntheit erlangte. Der Film startete am 1. Oktober 2020 in den deutschen Kinos und wurde von der Ziegler Film produziert.

Die wahre Geschichte hinter dem Film

Der Film erzählt die Geschichte von Stefanie „Steffi“ Pinto. Sie war eine junge Frau aus Deutschland, die im Sommer nach ihrem Abitur eine schreckliche Diagnose bekam. Die Ärzte teilten ihr mit, dass sie an einem bösartigen Tumor litt, der nicht mehr behandelt werden konnte. Steffi hatte nur noch wenige Monate zu leben.

Statt sich von der Krankheit bestimmen zu lassen, traf sie eine mutige Entscheidung. Gemeinsam mit ihrem Freund wollte sie noch so viel wie möglich vom Leben mitnehmen. Sie plante einen Roadtrip quer durch Europa. Ihr Ziel: die Atlantikküste. Diese Geschichte berührte viele Menschen, und die Filmrechte wurden schließlich gesichert, um sie auf die große Leinwand zu bringen.

Die Drehbuchautorin und der Regisseur arbeiteten eng mit Steffis Familie zusammen, um die Geschichte so authentisch wie möglich darzustellen. Dabei war es allen Beteiligten wichtig, dass der Film nicht nur traurig ist. Er sollte auch die Lebensfreude und den Humor zeigen, den Steffi bis zum Schluss hatte.

Worum es im Film geht

Steffi (gespielt von Sinje Irslinger) besteht gerade ihr Abitur. Sie hat große Pläne. Sie will Meeresbiologie studieren und die Welt entdecken. Dann kommt der Schock: Ein Arztbesuch bringt die Diagnose Krebs im Endstadium. Ihr bleiben nur noch wenige Monate.

Steffis Mutter (gespielt von Heike Makatsch) will ihre Tochter am liebsten beschützen und in der Nähe behalten. Doch Steffi hat andere Pläne. Zusammen mit ihrem Freund Steve (gespielt von Max Hubacher) bricht sie heimlich zu einem Roadtrip auf. Ihr Ziel ist Paris und dann weiter an die Atlantikküste.

Auf der Reise erleben die beiden zahlreiche Abenteuer. Sie treffen auf skurrile Menschen, kommen in schwierige Situationen und lernen sich auf eine ganz neue Art kennen. Die Reise ist geprägt von Momenten voller Glück, aber auch von Angst und Trauer. Steffi will leben – so intensiv wie möglich. Steve versucht, für sie da zu sein, obwohl er selbst kaum mit der Situation umgehen kann.

Ein zentraler Konflikt im Film ist das Verhältnis zwischen Steffi und ihrer Mutter. Die Mutter will das Beste für ihre Tochter, kann aber nur schwer loslassen. Steffi hingegen braucht ihre Freiheit, gerade jetzt. Dieser Konflikt wird im Film glaubwürdig und einfühlsam dargestellt, ohne in Kitsch abzurutschen.

Unterwegs treffen Steffi und Steve auf die geheimnisvolle Tanja, die eine Weile mit ihnen reist. Sie bringt eine zusätzliche Dynamik in die Geschichte und sorgt für einige komische, aber auch nachdenkliche Momente.

Die Besetzung

Die Besetzung des Films vereint bekannte und aufstrebende Schauspieler aus dem deutschsprachigen Raum:

RolleSchauspieler
SteffiSinje Irslinger
SteveMax Hubacher
Steffis MutterHeike Makatsch
Steffis VaterTil Schweiger
TanjaBenita Bailey
PfarrerJürgen Vogel

Sinje Irslinger wurde für ihre Rolle als Steffi von der Filmkritik besonders gelobt. Sie schaffte es, die Figur lebendig und glaubwürdig darzustellen, ohne ins Melodramatische abzugleiten. Max Hubacher, ein Schweizer Schauspieler, überzeugte als etwas unbeholfener, aber liebevoller Freund Steve. Heike Makatsch brachte als besorgte Mutter eine starke emotionale Tiefe in den Film. Til Schweiger übernahm die kleinere Rolle des Vaters, der weniger präsent, aber dennoch eine wichtige Rolle im Familiengefüge spielt. Jürgen Vogel hatte einen kurzen, aber denkwürdigen Gastauftritt als Pfarrer.

Wer hinter der Kamera stand

André Erkau führte Regie. Er ist bekannt für Filme wie Das Leben ist nichts für Feiglinge (2012). Erkau hat ein Gespür für Geschichten, die ernste Themen mit Humor verbinden. Genau das war auch bei Gott, du kannst ein Arsch sein sein Ansatz. Er wollte keinen klassischen „Krankheitsfilm“ drehen, sondern eine Feier des Lebens.

Das Drehbuch schrieben Tommy Wosch und André Erkau gemeinsam. Als Grundlage diente das gleichnamige Buch von Frank Pinto, dem Vater der echten Stefanie, zusammen mit der Autorin Alexandra Döhren. Das Buch erschien 2018 und war ein Bestseller in Deutschland.

Die Produktion übernahm die renommierte Ziegler Film in Zusammenarbeit mit Warner Bros. Entertainment. Produziert wurde der Film von Regina Ziegler und Tanja Ziegler. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Deutschland, Frankreich und an der Atlantikküste statt.

Für die Kameraarbeit war Bernhard Jasper verantwortlich. Er fing die Landschaften und Stimmungen der Reise in warmen, natürlichen Bildern ein. Der Schnitt lag bei Robert Rzesacz, der dem Film einen angenehmen Rhythmus gab – weder zu hektisch noch zu langsam.

Die Musik und der Titelsong

Ein besonderer Aspekt des Films ist die Musik. Der Titelsong „Gott, du kannst ein Arsch sein“ wurde von der Sängerin Ayliva interpretiert. Das Lied wurde nach dem Filmstart ein großer Hit und erreichte hohe Platzierungen in den deutschen Charts. Der Song fängt die Wut, die Trauer, aber auch die Trotzigkeit ein, die Steffi im Film zeigt.

Die Filmmusik wurde von Christoph Zirngibl komponiert. Sie untermalt die Szenen dezent und greift auf akustische Instrumente zurück, die dem Film eine warme, aber nie aufdringliche Atmosphäre verleihen. Neben dem Titelsong enthält der Soundtrack auch weitere Pop- und Indie-Songs, die zur Stimmung des Roadtrips passen.

Was die Kritiker sagten

Die Kritiken zum Film fielen gemischt aus. Viele Rezensenten lobten die schauspielerischen Leistungen, besonders die von Sinje Irslinger und Max Hubacher. Die Darstellung von Steffis Lebenswillen wurde als berührend und glaubwürdig empfunden.

Einige Kritiker merkten jedoch an, dass der Film stellenweise zu sehr auf bewährte Muster des deutschen Mainstream-Kinos setze. Die Mischung aus Komödie und Drama funktioniere nicht in jeder Szene gleich gut. Manche Nebenhandlungen wirkten etwas konstruiert.

Die Bild-Zeitung nannte den Film „einen der emotionalsten deutschen Filme des Jahres“. Das Filmmagazin Cinema vergab eine positive Bewertung und hob die Regiearbeit von André Erkau hervor. Die Süddeutsche Zeitung war etwas zurückhaltender und kritisierte, dass der Film gelegentlich zu sehr in Klischees abdrifte. Insgesamt aber wurde der Film als sehenswert eingestuft, besonders für ein jüngeres Publikum.

Auf der Bewertungsplattform Moviepilot erhielt der Film eine solide Bewertung von den Nutzern. Viele Zuschauer betonten, dass sie der Film stark emotional bewegt habe.

Zahlen an der Kinokasse und Erscheinungsdaten

Der Film startete am 1. Oktober 2020 in den deutschen Kinos. Der Kinostart fiel in eine schwierige Zeit, da die COVID-19-Pandemie den Kinobetrieb stark einschränkte. Viele Kinos hatten reduzierte Sitzplatzkapazitäten und es galten strenge Hygienevorschriften. Trotz dieser widrigen Umstände zog der Film in den ersten Wochen ein beachtliches Publikum an.

Insgesamt sahen den Film rund 500.000 Zuschauer im Kino. Unter den Bedingungen der Pandemie war das ein respektables Ergebnis. Ohne die Einschränkungen hätten die Zahlen vermutlich deutlich höher gelegen. Der Film profitierte auch von einer starken Mundpropaganda, besonders in den sozialen Medien.

Nach dem Kinostart erschien der Film auf DVD und Blu-ray. Außerdem wurde er auf verschiedenen Streaming-Plattformen verfügbar gemacht, was seine Reichweite erheblich vergrößerte. Besonders bei jungen Zuschauern zwischen 16 und 25 Jahren fand der Film großen Anklang.

Was der Film über den Umgang mit dem Tod erzählt

Gott, du kannst ein Arsch sein behandelt Themen, die in der Gesellschaft oft verdrängt werden. Der Film zeigt, wie eine junge Frau mit der Endlichkeit ihres Lebens umgeht. Er stellt Fragen, die viele Menschen beschäftigen: Wie lebt man weiter, wenn man weiß, dass die Zeit begrenzt ist? Was ist wirklich wichtig?

Der Film vermeidet dabei eine übertrieben sentimentale Darstellung. Steffi ist keine passive Leidende. Sie ist wütend, trotzig und voller Energie. Sie will nicht bemitleidet werden. Diese Haltung macht die Figur so sympathisch und nachvollziehbar.

Gleichzeitig zeigt der Film, wie das Umfeld mit der Situation umgeht. Steffis Mutter durchlebt ihre eigene Krise. Steve ist überfordert, will aber nicht aufgeben. Jeder reagiert anders, und der Film wertet keine dieser Reaktionen. Das macht ihn menschlich und ehrlich.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die Frage nach dem Glauben. Der Filmtitel selbst ist eine Art Anklage an Gott. Steffi hadert mit ihrem Schicksal und stellt die Frage, warum es ausgerechnet sie trifft. Der Film gibt darauf keine einfache Antwort, und das ist auch gut so.

Fazit

Der Film reiht sich in eine Tradition deutscher Filme ein, die schwere Themen zugänglich und mit einer gewissen Leichtigkeit erzählen. Vergleichbare Werke sind etwa Honig im Kopf (2014) von Til Schweiger, der sich mit Demenz beschäftigt, oder Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014), eine amerikanische Produktion mit ähnlicher Thematik.

Im Vergleich zu vielen Hollywood-Produktionen setzt Gott, du kannst ein Arsch sein stärker auf Realismus. Die Figuren sind keine idealisierten Helden. Sie sind normale Menschen mit Fehlern und Schwächen. Das macht den Film authentisch und unterscheidet ihn von vielen anderen Filmen des Genres.

Für die deutsche Filmbranche war der Film auch deshalb bedeutend, weil er zeigte, dass emotionale Geschichten mit jungen Darstellern ein breites Publikum erreichen können – selbst unter den schwierigen Bedingungen einer Pandemie.

Quellen

  1. Kino.de – Gott, du kannst ein Arsch sein
  2. Moviepilot.de – Gott, du kannst ein Arsch sein