Die Dragon Ball Z-Filme sind eine Reihe von Anime-Kinofilmen, die auf der gleichnamigen Manga- und Anime-Serie von Akira Toriyama basieren. Zwischen 1989 und 2015 erschienen insgesamt 15 Kinofilme unter dem Dragon Ball Z-Banner sowie zwei weitere unter dem Titel Dragon Ball Super. Die Filme wurden vom japanischen Studio Toei Animation produziert und liefen in Japan meist im Rahmen des sogenannten Toei Manga Matsuri-Festivals in den Kinos. Sie erzählen eigenständige Geschichten, die oft parallel zur Haupthandlung der Serie spielen, aber nicht immer in den offiziellen Kanon passen. Die Dragon Ball Z-Filme sind weltweit zu einem festen Bestandteil der Popkultur geworden und haben Milliarden von Fans begeistert.
Wie alles begann: Die Entstehung der Filmserie
Die Geschichte der Dragon Ball Z-Filme beginnt mit dem Erfolg der Dragon Ball-Manga-Serie, die ab 1984 im japanischen Magazin Weekly Shōnen Jump erschien. Autor und Zeichner Akira Toriyama schuf damit eine der erfolgreichsten Manga-Serien aller Zeiten. Als die Anime-Serie 1989 von Dragon Ball zu Dragon Ball Z wechselte, begann Toei Animation auch mit der Produktion von Kinofilmen.
Der erste Dragon Ball Z-Film hieß „Die Todeszone des Garlic Jr.“ (japanisch: Dragon Ball Z: Ora no Gohan wo Kaese!!) und kam am 15. Juli 1989 in die japanischen Kinos. Regie führte Daisuke Nishio, der auch für die TV-Serie verantwortlich war. Der Film war mit einer Laufzeit von nur etwa 40 Minuten relativ kurz – das war typisch für die frühen Filme der Reihe.
Akira Toriyama war bei den meisten Filmen nicht direkt als Drehbuchautor beteiligt. Er lieferte aber oft Charakterdesigns für neue Bösewichte und gab seine Zustimmung zu den Geschichten. Erst bei den späteren Filmen wie „Kampf der Götter“ (2013) und „Resurrection ‚F'“ (2015) übernahm er eine aktivere Rolle.
Die Filme wurden in Japan meist als Doppelfeature zusammen mit anderen Anime-Filmen gezeigt. Das Format war beliebt bei Familien, besonders in den Sommerferien und während der Frühlingsferien. Diese kurze Laufzeit – selten über 60 Minuten – wurde erst in den 2010er-Jahren durchbrochen.
Alle 15 Filme im Überblick
Hier eine Übersicht aller Dragon Ball Z-Kinofilme:
| Nr. | Titel (deutsch) | Jahr | Hauptgegner |
|---|---|---|---|
| 1 | Die Todeszone des Garlic Jr. | 1989 | Garlic Jr. |
| 2 | Der Stärkste auf Erden | 1990 | Dr. Wheelo |
| 3 | Die Entscheidungsschlacht | 1990 | Turles |
| 4 | Super-Saiyajin Son Goku | 1991 | Lord Slug |
| 5 | Coolers Rückkehr | 1991 | Cooler |
| 6 | Coolers Rückkehr – Die Rückkehr | 1992 | Meta-Cooler |
| 7 | Angriff der Cyborgs | 1992 | Androiden 13, 14, 15 |
| 8 | Der legendäre Super-Saiyajin | 1993 | Broly |
| 9 | Brolys Rückkehr | 1994 | Broly |
| 10 | Gefährliche Rivalen | 1994 | Bojack |
| 11 | Bio-Broly | 1994 | Bio-Broly |
| 12 | Fusion | 1995 | Janemba |
| 13 | Drachenfaust | 1995 | Hildegarn |
| 14 | Kampf der Götter | 2013 | Beerus |
| 15 | Resurrection ‚F‘ | 2015 | Freezer |
Jeder Film brachte neue Bösewichte mit, die oft auf bestehenden Figuren basierten oder komplett neu erfunden wurden. Einige Gegner wie Broly und Cooler wurden so beliebt, dass sie in mehreren Filmen auftraten.
Die beliebtesten Schurken der großen Leinwand
Die Dragon Ball Z-Filme sind vor allem für ihre originellen Bösewichte bekannt. Viele dieser Figuren haben sich tief in das Gedächtnis der Fans eingegraben.
Broly ist wohl der bekannteste Filmschurke. Er trat erstmals 1993 in „Der legendäre Super-Saiyajin“ auf. Broly ist ein Saiyajin mit einer unfassbaren Kampfkraft, der schon als Baby eine Bedrohung darstellte. Seine Geschichte dreht sich um seinen Hass auf Son Goku, weil dessen Schreien ihn als Neugeborenes traumatisierte. Das klingt absurd – ist aber genau der Ton, den viele Fans lieben. Broly wurde so populär, dass er 2018 in „Dragon Ball Super: Broly“ offiziell in den Kanon aufgenommen wurde.
Cooler ist der ältere Bruder von Freezer, einem der Hauptbösewichte der TV-Serie. Er trat in zwei Filmen auf und konnte sich in eine fünfte Form verwandeln, die sein Bruder nicht erreichte. Die Idee, Freezers Familie zu erweitern, kam bei den Fans gut an.
Janemba aus dem Film „Fusion“ (1995) ist ein dämonisches Wesen, das aus der aufgestauten bösen Energie der Hölle entstand. Der Film ist besonders beliebt, weil er die Fusion von Son Goku und Vegeta zu Gogeta zeigt – ein Moment, der bis heute als einer der coolsten der gesamten Serie gilt.
Beerus, der Gott der Zerstörung, erschien 2013 in „Kampf der Götter“. Er war der erste Filmgegner, der direkt von Akira Toriyama entworfen wurde und anschließend eine zentrale Rolle in Dragon Ball Super spielte. Beerus ist ungewöhnlich, weil er kein klassischer Bösewicht ist – er ist eher ein launischer Gott, der die Erde zerstören will, weil ihm das Essen nicht schmeckt.
Wie die Filme zur TV-Serie passen (und warum das kompliziert ist)
Ein großes Thema unter Fans ist die Frage: Wo genau passen die Filme in die Zeitlinie der Serie? Die ehrliche Antwort: Bei den meisten Filmen ist das kaum möglich.
Die Filme zeigen oft Figurenkonstellationen, die es in der Serie so nie gleichzeitig gab. Zum Beispiel tauchen in manchen Filmen Charaktere auf, die zu diesem Zeitpunkt der Serie eigentlich schon tot waren. Oder Vegeta kämpft an der Seite der Helden, obwohl er in der entsprechenden Saga noch ein Gegner war.
Die meisten der Filme 1 bis 13 gelten deshalb als nicht-kanonisch. Sie spielen in einer Art Paralleluniversum oder alternativen Zeitlinie. Toei Animation hat das nie als Problem gesehen – die Filme waren als eigenständige Unterhaltungsprodukte gedacht, nicht als Erweiterung der Hauptgeschichte.
Das änderte sich erst mit „Kampf der Götter“ (2013) und „Resurrection ‚F'“ (2015). Beide Filme wurden von Akira Toriyama geschrieben und gelten als offizieller Kanon. Sie wurden später sogar als Handlungsbögen in die Dragon Ball Super-Serie übernommen, wobei die Serie einige Details abänderte.
Der Soundtrack: Musik, die in Erinnerung bleibt
Die Musik der Dragon Ball Z-Filme wurde hauptsächlich von Shunsuke Kikuchi komponiert, der auch für die TV-Serie verantwortlich war. Sein orchestraler Stil prägte den Klang der frühen Filme stark. Die Musik ist dramatisch, episch und emotional – genau das, was zu den intensiven Kampfszenen passt.
Für die späteren Filme übernahmen andere Komponisten. Norihito Sumitomo komponierte die Musik für „Kampf der Götter“ und „Resurrection ‚F'“. Sein Stil ist moderner und verwendet mehr elektronische Elemente.
Besonders bekannt ist der Song „Cha-La Head-Cha-La“ von Hironobu Kageyama, der als Titelsong der TV-Serie und in abgewandelter Form auch in einigen Filmen verwendet wurde. In Deutschland kennen viele Fans eher die deutsche Titelmelodie, die von der Band „Die Toten Hosen“-ähnlichen Rockklängen inspiriert war und einen eigenen Kultstatus erreichte.
Einspielergebnisse und wirtschaftlicher Erfolg
Die Dragon Ball Z-Filme waren in Japan durchgehend kommerziell erfolgreich. Die frühen Filme spielten jeweils zwischen 1,5 und 3 Milliarden Yen ein – beachtliche Summen für Anime-Filme in den 1990er-Jahren.
Der große kommerzielle Durchbruch kam mit den neueren Filmen. „Kampf der Götter“ (2013) spielte weltweit rund 50 Millionen US-Dollar ein. „Resurrection ‚F'“ (2015) übertraf das mit etwa 74 Millionen US-Dollar. Und der spirituelle Nachfolger „Dragon Ball Super: Broly“ (2018) erreichte sogar 124 Millionen US-Dollar weltweit – ein Rekord für die Franchise.
In Deutschland erschienen die meisten Filme zunächst nur auf VHS und DVD, bevor sie später auf Blu-ray und über Streaming-Dienste verfügbar wurden. Die deutschen Synchronfassungen werden von vielen Fans geschätzt, besonders die Stimme von Tommy Morgenstern als Son Goku.
Dragon Ball Z in Deutschland: Eine besondere Geschichte
In Deutschland hat Dragon Ball Z eine ganz eigene Geschichte. Die Serie lief ab 2001 auf RTL II und wurde schnell zum Kultphänomen unter Jugendlichen. Die Filme wurden teilweise im Fernsehen gezeigt, erschienen aber hauptsächlich auf Heimmedien.
Die deutsche Synchronisation ist unter Fans ein Dauerthema. Manche bevorzugen die deutsche Fassung, andere die japanische Originalversion. Die deutschen Stimmen – darunter Tommy Morgenstern (Son Goku), Oliver Siebeck (Vegeta) und Santiago Ziesmer (Freezer) – haben sich fest ins Gedächtnis der deutschen Fans eingebrannt.
Der Verlag Kazé (heute Crunchyroll) war lange Zeit für die Veröffentlichung der Filme in Deutschland verantwortlich. Heute sind viele der Filme über Crunchyroll streambar.
Die Neuausrichtung ab 2013
Mit „Kampf der Götter“ begann 2013 eine neue Ära für Dragon Ball Z im Kino. Der Film war der erste seit „Drachenfaust“ (1995) – also nach einer Pause von 18 Jahren. Das allein war schon bemerkenswert.
Akira Toriyama übernahm erstmals die Rolle des Hauptautors für einen Dragon Ball-Film. Das Ergebnis war eine Geschichte, die nahtlos an das Ende von Dragon Ball Z anknüpfte. Der Film führte das Konzept der Götter der Zerstörung und der Super-Saiyajin-Gott-Transformation ein.
„Resurrection ‚F'“ (2015) brachte den wohl beliebtesten Bösewicht der Serie zurück: Freezer. Diesmal in einer neuen, goldenen Form namens Golden Freezer. Beide Filme waren nicht nur kommerziell erfolgreich, sondern wurden auch von Kritikern positiv aufgenommen.
Diese beiden Filme ebneten den Weg für die TV-Serie Dragon Ball Super (2015–2018) und den Film „Dragon Ball Super: Broly“ (2018), der den Charakter Broly komplett neu interpretierte.
Warum die Filme auch heute noch wichtig sind
Die Dragon Ball Z-Filme sind mehr als nur Begleitprodukte zur TV-Serie. Sie haben eigene Figuren geschaffen, die zu Ikonen wurden. Sie haben neue Transformationen und Kampftechniken eingeführt. Und sie haben Millionen von Fans weltweit auf die große Leinwand gelockt.
Für viele Fans sind die Filme auch eine Art Zeitkapsel. Sie erinnern an eine Ära, in der Anime in Deutschland noch Neuland war. An Nachmittage vor dem Fernseher. An Schulhof-Diskussionen darüber, wer stärker ist: Son Goku oder Vegeta.
Die Franchise lebt weiter. Nach dem Tod von Akira Toriyama im März 2024 stellte sich die Frage, wie es weitergehen wird. Toriyama hatte aber bereits an weiteren Projekten gearbeitet, darunter der Film „Dragon Ball Daima“, eine neue Serie, die 2024 startete. Sein Einfluss auf die Serie und die Filme bleibt bestehen – auch ohne ihn.







