Die Schlümpfe: Der große Kinofilm (Originaltitel: Smurfs) ist ein computeranimierter Musicalfilm aus dem Jahr 2025. Der Film basiert auf der belgischen Comicreihe Die Schlümpfe des Zeichners Peyo (bürgerlich Pierre Culliford). Es ist der erste Schlümpfe-Kinofilm, der nicht von Sony Pictures Animation, sondern von Paramount Animation und Nickelodeon Movies produziert wurde. Regie führte Chris Miller, bekannt durch Shrek der Dritte und Der gestiefelte Kater. Das Drehbuch stammt von Pam Brady, die zuvor an South Park: Der Film mitgeschrieben hatte. Im englischen Original spricht und singt Popstar Rihanna die Rolle der Schlumpfine. Die Weltpremiere fand am 28. Juni 2025 in Brüssel statt. In den deutschen Kinos lief der Film ab dem 17. Juli 2025.
Worum geht es im Film?
Papa Schlumpf wird von den bösen Zauberern Gargamel und dessen Bruder Razamel aus Schlumpfhausen entführt. Ein mysteriöses Portal öffnet sich am Himmel und saugt ihn in die reale Welt. Zurück bleiben die übrigen Schlümpfe – und die müssen schnell handeln.
Schlumpfine übernimmt die Führung und stellt eine Rettungstruppe zusammen. Mit dabei ist der Neuzugang No Name Schlumpf, der bisher keine besondere Eigenschaft hat und deshalb von den anderen etwas belächelt wird. Die Schlümpfe reisen in die Menschenwelt, treffen in Paris auf eine geheime Nachbarschaftswache aus Schlümpfen und lernen Ken kennen – den Bruder von Papa Schlumpf. Zusammen machen sie sich auf den Weg, Papa Schlumpf zu befreien.
Der Weg führt die kleine Truppe über das australische Outback bis nach Bayern, wo Razamels Schloss steht. Am Ende müssen die Schlümpfe durch verschiedene Paralleldimensionen reisen, um die Welt vor Razamels Plan zu retten, der mit Hilfe von vier magischen Büchern die Herrschaft des Bösen anstrebt. No Name entdeckt dabei schließlich seine eigene Bestimmung: Er wird zum Zauberschlumpf.
Wie das Projekt entstand
Im Februar 2022 schlossen Paramount Pictures und Nickelodeon Movies eine Lizenzvereinbarung mit LAFIG Belgium und IMPS (heute Peyo Company) ab. Die Vereinbarung sah die Produktion mehrerer Schlümpfe-Filme vor. Das erste Projekt sollte ein Film mit Musical-Elementen werden.
Als Regisseur wurde Chris Miller verpflichtet, der zuvor bei DreamWorks Animation an Filmen wie Shrek der Dritte und Der gestiefelte Kater gearbeitet hatte. Matt Landon, bekannt durch seine Arbeit an Spider-Man: Into the Spider-Verse, wurde als Co-Regisseur geholt. Das Drehbuch schrieb Pam Brady.
Im April 2023 kam dann die große Ankündigung: Rihanna würde nicht nur Schlumpfine sprechen, sondern den Film auch mitproduzieren und eigene Songs dafür schreiben. Rihanna ist offiziell als Produzentin unter ihrem bürgerlichen Namen Robyn Rihanna Fenty gelistet.
Der Kinostart wurde mehrfach verschoben. Ursprünglich war der 20. Dezember 2024 geplant. Dann wurde der Film auf den 14. Februar 2025 gelegt. Die endgültige Verschiebung auf den 18. Juli 2025 (USA) erfolgte im Oktober 2024. In Deutschland kam der Film einen Tag früher in die Kinos. Die Animationsarbeiten übernahm das Studio Cinesite.
Bekannte Stimmen: Wer spricht wen?
Der Film versammelt eine prominente Besetzung – sowohl im Original als auch in der deutschen Synchronfassung. Die deutsche Vertonung wurde von FFS Film- & Fernseh-Synchron in Berlin realisiert.
| Rolle | Originalsprecher | Deutsche Stimme |
|---|---|---|
| Schlumpfine | Rihanna | Patricia Meeden |
| Papa Schlumpf | John Goodman | Uwe Ochsenknecht |
| No Name / Zauberschlumpf | James Corden | Álvaro Soler |
| Gargamel & Razamel | JP Karliak | Rick Kavanian |
| Ken | Nick Offerman | Sven Brieger |
| Mama Poot | Natasha Lyonne | Britta Steffenhagen |
| Ron | Kurt Russell | Manfred Lehmann |
| Asmodius | Octavia Spencer | Martina Treger |
Auffällig: Rick Kavanian spricht in der deutschen Fassung gleich zwei Rollen – Gargamel und dessen Bruder Razamel. Der spanisch-deutsche Sänger Álvaro Soler übernahm den Part des No Name Schlumpfs und singt im Film auch mehrere Passagen. In allen bisherigen Schlümpfe-Kinofilmen des 21. Jahrhunderts wurde Schlumpfine von einer berühmten Sängerin gesprochen: Katy Perry (2011/2013), Demi Lovato (2017) und nun Rihanna.
Rihanna, „Friend of Mine“ und der Soundtrack
Die Musik spielt in diesem Film eine zentrale Rolle. Es ist ausdrücklich ein Musical. Die Filmmusik komponierte Henry Jackman, der bereits bei Der gestiefelte Kater mit Chris Miller zusammengearbeitet hatte.
Rihanna schrieb und nahm für den Film eigene Songs auf. Der bekannteste davon ist „Friend of Mine“, der am 16. Mai 2025 veröffentlicht wurde und als Titelsong des Films dient. Ein weiterer Song, „Anyone“, wurde im Film verwendet, ist aber nicht auf dem offiziellen Soundtrack enthalten. Dieser Song führte im Februar 2026 zu einer Klage gegen Paramount, weil der Songwriter angeblich nicht vergütet wurde.
Zum Soundtrack trugen auch Künstler wie Tyla, Cardi B, DJ Khaled, Shenseea und Natania bei. Insgesamt enthält das offizielle Soundtrack-Album 14 Titel. Im Film selbst wechseln sich die Gesangseinlagen mit den Actionsequenzen ab. Die Musiknummern wurden von Kritikern unterschiedlich bewertet – manchen gefielen die modernen Pop-Einlagen, andere fanden sie in der Welt der Schlümpfe deplatziert.
So sieht der Film aus: Animation und Design
Regisseur Chris Miller orientierte sich beim visuellen Stil bewusst an den Originalzeichnungen von Peyo. Das Ergebnis: Die Schlümpfe sehen wieder deutlich comichafter aus als in den vorherigen Sony-Filmen. Es gibt Aktionslinien, Sprechblasen und einen fröhlich-federnden Animationsstil mit viel Squash and Stretch.
Der Film verwendet verschiedene Animationsstile. Besonders auffällig: Wenn die Schlümpfe durch Paralleldimensionen reisen, wechselt die Optik komplett. Es gibt eine Sequenz in Knetanimation (realisiert von Screen Novelties), eine in Bleistiftskizzen, eine im Anime-Stil und sogar eine, die wie ein Kinderkritzel aussieht. Diese Passage wurde von Kritikern als eine der besten Szenen des Films gelobt.
Die Snooterpoots, eine neue Spezies im Film, wurden optisch von den Wookiees und Ewoks aus Star Wars inspiriert. Mama Poot, ihre Anführerin, basiert auf dem Shih Tzu von Regisseur Chris Miller.
Die Schlümpfe – vom belgischen Comic zum globalen Franchise
Die Schlümpfe (französisch: Les Schtroumpfs) wurden 1958 vom belgischen Comiczeichner Pierre Culliford, besser bekannt als Peyo, erschaffen. Ihr erster Auftritt war am 23. Oktober 1958 als Nebenfiguren in der Comicserie Johann und Pfiffikus im Magazin Spirou. Die Geschichte hieß „Die Schlümpfe und die Zauberflöte“.
Der Name „Schlumpf“ entstand zufällig: Peyo konnte sich beim Essen nicht an das Wort „Salzstreuer“ erinnern und sagte stattdessen: „Gib mir mal das… Schlumpf.“ Sein Freund, der Zeichner André Franquin, stieg sofort darauf ein.
Obwohl Peyo die Schlümpfe nur als einmalige Figuren geplant hatte, wurden sie schnell populärer als die Hauptfiguren. Ab 1959 bekamen sie ihre eigene Comicreihe. Ende der 1960er-Jahre kamen die Comics auch nach Deutschland. Den weltweiten Durchbruch brachte die US-Zeichentrickserie ab 1981 (produziert von Hanna-Barbera), die in Deutschland ab 1983 im ZDF lief.
Peyo starb 1992 in Brüssel. Sein Sohn Thierry Culliford führte das Schlümpfe-Franchise danach weiter. Bis heute sind die Comics in über 25 Sprachen übersetzt.
Alle Schlümpfe-Filme auf einen Blick
Vor dem Film von 2025 gab es bereits vier Kinofilme mit den Schlümpfen:
- 1976: Die Schlümpfe und die Zauberflöte – belgischer 2D-Zeichentrickfilm
- 2011: Die Schlümpfe – Sony-Produktion, Mix aus Realfilm und CGI-Animation
- 2013: Die Schlümpfe 2 – Fortsetzung des 2011er Films
- 2017: Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf – reiner Animationsfilm, Reboot von Sony
Die Sony-Filme aus 2011 und 2013 waren kommerziell erfolgreich, wurden aber von Kritikern schlecht bewertet. Das verlorene Dorf (2017) war qualitativ besser, blieb aber an der Kinokasse hinter den Erwartungen zurück. Der Film von 2025 ist das zweite Reboot innerhalb von acht Jahren – und der erste unter dem Dach von Paramount.
Wie kam der Film beim Publikum an?
Die Kritikerreaktionen fielen überwiegend negativ aus. Auf der Plattform Rotten Tomatoes erreichte der Film nur 21 Prozent positive Bewertungen bei über 100 Kritiken. Der Konsens dort: „Hektisch und albern, ohne wirklich Spaß zu machen.“ Auf Metacritic kam der Film auf 31 von 100 Punkten.
Die Filmstarts.de-Redaktion vergab 2,5 von 5 Sternen und beschrieb den Film als „frischen Ansatz, der über weite Strecken gut, teilweise aber auch überhaupt nicht gelingt.“ Die Zeitschrift epd Film gab 3 von 5 Punkten und lobte besonders die Dimensions-Sequenz. Cinema.de fasste zusammen: „Überdrehte Albernheiten, mal etwas für die ganz Kleinen.“
Das Publikum selbst war etwas gnädiger. Bei CinemaScore gab es ein „B+“ – was für einen Familienfilm ordentlich, aber nicht herausragend ist.
Wie lief es an der Kinokasse?
Der Film spielte weltweit rund 124 Millionen US-Dollar ein. Davon kamen etwa 31 Millionen aus den USA und Kanada, der Rest aus dem internationalen Markt. In Deutschland lag das Einspielergebnis bei knapp 10 Millionen US-Dollar. Frankreich war mit rund 13,7 Millionen der stärkste europäische Markt.
Am US-Startwochenende kam der Film auf Platz vier mit 11 Millionen Dollar – deutlich hinter Superman, der in seiner zweiten Woche lief. Gemessen am Budget von 58 Millionen Dollar wirkt das Einspielergebnis auf den ersten Blick akzeptabel. Aber: Laut The Hollywood Reporter verlor Paramount mit dem Film rund 80 Millionen Dollar, wenn man Marketing, Vertrieb und Rihannas Beteiligung einrechnet. Der Film gilt als finanzieller Misserfolg. Er trug dazu bei, dass Paramount-Animation-Chefin Ramsey Naito im Oktober 2025 entlassen wurde.
Was Kritiker gut fanden – und was nicht
Positiv hervorgehoben
- Die Animationsqualität und die Nähe zu Peyos Originalzeichnungen
- Die Dimensions-Sequenz mit wechselnden Animationsstilen (Knetfiguren, Bleistift, Anime)
- Einzelne Gags und der Sound-Effekt-Schlumpf als Running Gag
- Das Tempo des Films nach einem etwas zähen Einstieg
- Die Beziehung zwischen Gargamel und Razamel als komisches Bruderpaar
Kritisiert
- Die Story: überkonstruiert, mit zu vielen Elementen, die nicht zusammenpassen
- Die Figur No Name: Die Botschaft „du bist auch ohne Talent wertvoll“ wird untergraben, weil er sich am Ende als mächtiger Zauberer entpuppt
- Die Musical-Einlagen von Rihanna: Von vielen als zu modern und nicht passend für die Schlümpfe-Welt empfunden
- Die Mythologie um vier magische Bücher und intergalaktische Zauberer – für die junge Zielgruppe zu komplex
- Vergleiche mit Trolls: Mehrere Kritiker sahen den Film als Nachahmung des DreamWorks-Franchise
Die Schlümpfe in Zahlen
| Kenngröße | Wert |
|---|---|
| Produktionsbudget | ca. 58 Mio. USD |
| Weltweit eingespielt | ca. 124 Mio. USD |
| Rotten Tomatoes | 21 % (Kritiker) |
| Metacritic | 31/100 |
| CinemaScore | B+ |
| IMDb | 5,2/10 |
| Laufzeit | 89 Min. (+ Kurzfilm Order Up) |
| Kinostart Deutschland | 17. Juli 2025 |
| Weltpremiere | 28. Juni 2025, Brüssel |
| DVD/Blu-ray | seit Oktober 2025 |







