Bauernfrühstück – Der Film

Bauernfrühstück – Der Film ist eine deutsche Filmkomödie aus dem Jahr 2011. Regie führte Michael Söth, der auch das Drehbuch schrieb und den Film produzierte. Der Low-Budget-Film startete am 2. Juni 2011 in den deutschen Kinos. Die Handlung dreht sich um einen Tagträumer und Taugenichts, der sich mit dem Luxusauto seines Chefs verfährt und in einem seit dem Zweiten Weltkrieg vergessenen Dorf in der norddeutschen Tiefebene landet. In den Hauptrollen sind Eva Habermann, John Barron und Stefan Hossfeld zu sehen. Gedreht wurde der Film größtenteils im Freilichtmuseum Molfsee nahe Kiel in Schleswig-Holstein. Die Kritiken fielen überwiegend gemischt aus. Manche Rezensenten lobten den skurrilen Charme des Films, andere sahen ihn als unfreiwillige Parodie. Auf IMDb erreichte der Film eine Bewertung von 3,9 von 10 Punkten. Die FSK gab ihn ab 12 Jahren frei.

OriginaltitelBauernfrühstück – Der Film
ProduktionslandDeutschland
Erscheinungsjahr2011
Länge97 Minuten
GenreKomödie
RegieMichael Söth
DrehbuchMichael Söth
ProduktionMichael Söth / Söth Filmproduktion
KameraIngo Dannecker
SchnittFlorian Quandt, Michael Söth
FSKab 12 Jahre
Kinostart2. Juni 2011

Die Handlung

Klaus Engelhardt ist ein Träumer. Er arbeitet als Wagenwäscher und verdient sich seinen knappen Lebensunterhalt. Eines Tages nimmt er das Luxusauto seines Chefs und fährt damit los. Er nimmt eine falsche Abzweigung. Nach einer langen Irrfahrt landet er in einem Dorf irgendwo in der norddeutschen Tiefebene. Dieses Dorf ist seit dem Zweiten Weltkrieg von der Außenwelt vergessen worden. Die Bewohner leben dort nach alten Werten. Tradition, Ehrlichkeit und Fleiß bestimmen den Alltag. Sie wissen nicht, dass der Krieg längst vorbei ist.

Klaus glaubt, endlich den Ort gefunden zu haben, an dem er seine Lebensträume verwirklichen kann. Aber so einfach ist das nicht. Statt offener Arme schlagen ihm Missgunst und Niedertracht entgegen. Die Dorfbewohner sind skeptisch. Ein Fremder passt nicht in ihre Welt.

Nur eine Person zeigt ihm Zuneigung: Martha Pansegrau. Sie ist neugierig auf das Leben jenseits der Waldgrenze. Aber Martha ist die Schwester von Hartmut Pansegrau, dem Bürgermeister und Richter des Dorfes. Und genau dieser sieht in Klaus eine Gefahr für die Dorfgemeinschaft. Hartmut versucht mit allen Mitteln, den Eindringling loszuwerden.

Trotz aller Widerstände gibt Klaus nicht auf. Er lässt sich nicht von seinen Plänen abbringen. Am Ende schafft er es, die Dorfbewohner davon zu überzeugen, dass er einer von ihnen sein will.

Die Geschichte spielt mit der Idee eines abgeschotteten Dorfes, das die Zeit überdauert hat. Sprechende Esel, explodierende Schnapsbrenner, eine asiatische Marienkäferplage und ein GEZ-Mann, der selbst in das verlorene Dorf findet – der Film bedient sich dabei einer Reihe absurder Einfälle.

Besetzung

Die Besetzung besteht aus einer Mischung von bekannten deutschen TV-Gesichtern und Darstellern aus dem Umfeld von Regisseur Michael Söth.

DarstellerRolle
John BarronKlaus Engelhardt
Eva HabermannMartha Pansegrau
Stefan HossfeldHartmut Pansegrau
Luzie BuckLuise Baumann
Tetje MierendorfHorst „Hoddel“ Baumann
Fabian HarloffTimo Thomsen
Silva GonzalezGerd Gärtner
Dirk BachEnglischer Obergeneral
Mathias EngelGEZ-Mann Bernd Jaruselzki
Gerd JochumPorno-Kaschperl
Ansgar HüttenmüllerHeinz „Hütte“ Bartels
Buddy OgünMozart

Eva Habermann (* 1976 in Hamburg) ist eine der bekanntesten Darstellerinnen im Film. Ihre Karriere erstreckt sich über mehr als drei Jahrzehnte. Bekannt wurde sie in den 1990er Jahren als Moderatorin der Kindersendung Pumuckl TV und durch ihre Rolle als Zev in der Science-Fiction-Serie Lexx – The Dark Zone. Sie hat in über 100 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt, darunter Tatort, Die Schwarzwaldklinik, Unsere Farm in Irland und Alarm für Cobra 11. In „Bauernfrühstück“ spielt sie Martha Pansegrau – eine Rolle, in der sie laut eigener Aussage „ganz bewusst hässlich geschminkt“ wurde. Habermann drehte den Film parallel zu ihrem Engagement bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg im Jahr 2010.

Dirk Bach (1961–2012) hatte im Film einen Gastauftritt als englischer Obergeneral. Bach war einer der beliebtesten deutschen Entertainer, Komiker und Schauspieler. Bekannt wurde er als Moderator von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! zusammen mit Sonja Zietlow und durch seine ZDF-Serie Lukas. Bach verstarb am 1. Oktober 2012 in Berlin an Herzversagen – gut ein Jahr nach dem Kinostart von „Bauernfrühstück“. Es war eine seiner letzten Filmrollen.

Tetje Mierendorf (* 1972 in Hamburg) spielt Horst „Hoddel“ Baumann. Er ist als Komiker, Musical-Darsteller und Synchronsprecher bekannt. Er war regelmäßig in der Schillerstraße und bei Frei Schnauze zu sehen. Auf der Musical-Bühne spielte er unter anderem Edna Turnblad in Hairspray und Shrek bei den Freilichtspielen Tecklenburg.

John Barron übernahm die Hauptrolle als Klaus Engelhardt. Er hatte zuvor schon in Michael Söths erstem Film Deichking (2007) die Hauptrolle gespielt. Barron ist damit ein wiederkehrender Darsteller im Werk von Söth.

Wie und wo der Film entstand

Die Dreharbeiten fanden vom 13. September bis zum 19. November 2010 statt. Hauptdrehort war das Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel. Dieses Museum ist das größte Freilichtmuseum Norddeutschlands. Es zeigt auf 40 Hektar über 60 historische Gebäude aus dem 16. bis 20. Jahrhundert. Bauernhäuser, Katen, Scheunen und Werkstätten aus ganz Schleswig-Holstein wurden dort wiederaufgebaut. Genau diese Kulisse bot dem Film die passende Atmosphäre eines abgeschotteten, zeitlosen Dorfes. Die alten Gebäude mussten nicht eigens gebaut oder nachgestellt werden – sie waren schon da.

Weitere Drehorte waren Schloss Probsteierhagen, die Stadt Kiel und der Hamburger Hafen.

Die Kamera führte Ingo Dannecker. Für den Schnitt waren Florian Quandt und Michael Söth selbst verantwortlich. Quandt übernahm auch die optischen Spezialeffekte und die Farbbearbeitung. Die Maske lag bei Astrid Rudolph und Sedef Musaoglu. Kostüme entwarf Veronika Santos, das Szenenbild und die Requisite verantwortete Rolf Asmussen. Tondesign wurde von Wolfgang Timpe und Stefan Hagen umgesetzt.

Produziert wurde der Film von der Söth Filmproduktion mit Sitz in Elmshorn. Das Budget war klein. Der Film wird in vielen Quellen als No-Budget- oder Low-Budget-Produktion beschrieben. Das heißt: Professionelle Kinotechnik war vorhanden, aber die finanziellen Mittel blieben weit unter dem Standard kommerzieller deutscher Filmproduktionen. Der Film wurde im 16:9-Format gedreht, in Farbe und mit Dolby-Ton.

Die FSK-Prüfung fand am 18. April 2011 statt (Prüfnummer 127405). Der Film erhielt die Freigabe ab 12 Jahren und ist feiertagsfrei.

Der Kopf hinter dem Projekt: Michael Söth

Michael Söth ist ein deutscher Filmemacher aus Elmshorn in Schleswig-Holstein. Er arbeitet als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Seine Filme sind eng mit der norddeutschen Kultur verbunden.

Sein erster Film war die Komödie Deichking aus dem Jahr 2007. Auch diesen Film schrieb, inszenierte und produzierte er selbst. Die Hauptrolle spielte dort ebenfalls John Barron. Im Cast waren außerdem bekannte Musiker wie Lotto King Karl, Fettes Brot und Bela B. von den Ärzten.

Nach „Bauernfrühstück“ drehte Söth die TV-Mini-Serie Deichbullen (2015/2017). Diese Serie war unter anderem auf Netflix verfügbar. Eva Habermann und Tetje Mierendorf spielten auch dort mit – es gibt also einen festen Kern von Darstellern, die immer wieder in Söths Projekten auftauchen.

Söths Arbeit zeichnet sich durch einige Konstanten aus: norddeutscher Humor, Low-Budget-Ästhetik, eine Vorliebe für skurrile Figuren und ein Do-it-yourself-Ansatz, bei dem er oft mehrere Funktionen gleichzeitig übernimmt. Er ist kein Regisseur des Mainstreams, sondern bewegt sich im Bereich des regionalen Independent-Kinos.

Was die Kritiker sagten

Die Kritiken zu „Bauernfrühstück – Der Film“ waren überwiegend gemischt bis negativ. Allerdings wurde dem Film ein gewisser eigenwilliger Charme zugestanden.

Das Lexikon des internationalen Films schrieb:

„Zum größten Teil in einem Freilichtmuseum gedrehte No-Budget-Komödie voller kurioser Einfälle, die sich als Hommage an norddeutsche Eigenheiten versteht.“

Das Onlineportal Prisma urteilte:

„Ein durchgeknallter Low-Budget-Streifen von Deichking-Regisseur Michael Söth, den man nicht zu ernst nehmen sollte.“

Prisma merkte an, dass die Grundidee – ein Dorf, das Jahrzehnte unentdeckt existiert – „absolut hirnrissig“ sei. Aber wer das ignoriere, sehe „einen skurrilen Heimat-Spaß mit abgedrehten Typen-Zeichnungen, der allerdings nicht jedermanns Sache sein dürfte.“

Das Filmmagazin Cinema nannte den Film eine:

„Unfreiwillige (?) Parodie auf M. Night Shyamalans The Village.“

Cinema beschrieb den Film als eine Produktion, die „den angenehmen Charme des durchgeknallten Laientheaters versprüht.“ Das Fazit lautete: „Prollige Low-Budget-Posse mit kauzigen Typen und sinnfreien Dialogen.“

Auf IMDb steht der Film bei einer Bewertung von 3,9 von 10 Punkten (basierend auf 31 Stimmen). Es gibt dort bislang keine Nutzer-Rezensionen.

Der Film wurde mehrfach mit M. Night Shyamalans The Village (2004) verglichen. Beide Filme erzählen von einer isolierten Gemeinschaft, die glaubt, in einer anderen Zeit zu leben. In „The Village“ ist es eine amerikanische Siedlung, die vorgibt, im 19. Jahrhundert zu leben. In „Bauernfrühstück“ denken die Dorfbewohner, der Zweite Weltkrieg sei noch nicht vorbei. Dieser Vergleich war allerdings nicht als Kompliment gemeint.

Warum der Film trotzdem bemerkenswert ist

„Bauernfrühstück – Der Film“ ist kein großer Kinoerfolg gewesen. Das war bei einem No-Budget-Film aus Elmshorn auch nicht zu erwarten. Aber der Film ist ein interessantes Beispiel für regionales Filmemachen in Deutschland.

Erstens zeigt er, dass es möglich ist, mit sehr wenig Geld einen abendfüllenden Kinofilm herzustellen und tatsächlich in die deutschen Kinos zu bringen. Zweitens zeigt er, wie man mit vorhandenen Kulissen – in diesem Fall einem Museum – die Produktionskosten senken kann. Das Freilichtmuseum Molfsee bot eine fertige Filmkulisse, die kein Art-Director hätte besser aufbauen können.

Drittens versammelte der Film trotz des kleinen Budgets einen Cast, der in der deutschen Fernsehlandschaft nicht unbekannt war. Eva Habermann, Dirk Bach, Tetje Mierendorf und Buddy Ogün – das sind Namen, die das deutsche Publikum kennt. Dass sie in einem solchen Projekt mitgemacht haben, zeigt Respekt vor Söths Arbeit oder zumindest die Bereitschaft, bei einem ungewöhnlichen Projekt mitzuziehen.

Viertens ist der Film ein Dokument des norddeutschen Humors: trocken, skurril und manchmal absichtlich daneben. Er ist kein Film für jeden Geschmack. Aber er will das auch nicht sein. Er ist eine Liebeserklärung an das Norddeutsche – mit all seinen Eigenheiten.

Wo man den Film heute sehen kann

Der Film ist aktuell bei keinem großen Streaming-Anbieter verfügbar (Stand 2026). Er kann aber als DVD ausgeliehen werden, zum Beispiel über Verleihshop.de. Sendetermine im Fernsehen sind derzeit nicht bekannt.

Quellen

  1. Wikipedia – Bauernfrühstück – Der Film
  2. filmportal.de – Bauernfrühstück – Der Film
  3. Cinema.de – Bauernfrühstück – Der Film
  4. Filmstarts.de – Michael Söth